Verschärfte Sicherheitsbestimmungen : Berlin-Marathon hinter Gittern

Nach dem Bombenanschlag von Boston will Mitte einen festen Zaun am Tiergarten. Der soll etwa 3,5 Millionen Euro kosten.

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Wegen des Bombenanschlags in Boston prüfen die Berliner Veranstalter ihr Sicherheitskonzept grundlegend.
Wegen des Bombenanschlags in Boston prüfen die Berliner Veranstalter ihr Sicherheitskonzept grundlegend.Foto: dpa

Der Marathon muss eingezäunt werden – wie Silvesterparty und künftige Fanmeilen. Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon hat der Bezirk Mitte die Sicherheitsbestimmungen beim 40. Berlin-Marathon am 29. September deutlich verschärft. Demnach haben Polizei, Feuerwehr und Bezirk bestimmt, dass der Start-/Ziel-Bereich an der Straße des 17. Juni eingezäunt werden muss und die Eingänge bewacht werden. „Leider“, sagte Jürgen Lock, Geschäftsführer des Marathons. Der Verein werde die Auflage akzeptieren müssen, die etwa 200 000 bis 300 000 Euro kosten wird. Im April waren bei der Explosion zweier Rucksackbomben im Zielbereich des Boston-Laufs drei Menschen getötet worden.

Die deshalb verschärften Sicherheitsbestimmungen bringen eine alte Idee des Bezirks wieder auf die Tagesordnung: ein fester Zaun um den gesamten östlichen Tiergarten, also vom Brandenburger Tor bis Hofjägerallee. Dieser würde nach Angaben von Stadtrat Carsten Spallek (CDU) etwa 3,5 Millionen Euro kosten – und von dieser Summe würden EU und Bund 90 Prozent tragen.

Ein fester Zaun würde das ständige Auf- und Abbauen von Bauzäunen sparen, wirbt Spallek dafür. Diskutiert wird seit Jahren über eine Einzäunung, die Senatsbauverwaltung von Michael Müller (SPD) hatte sich bislang skeptisch gezeigt. Am Freitag legte Spallek noch einmal nach: Ein mobiler Zaun sei deutlich unsicherer. Während des „Deutschlandfests“ der SPD vor drei Wochen sei es Demonstranten gelungen, den Zaun aufzuhebeln und unkontrolliert einzudringen. Ein fester Zaun würde zudem die Sperrzeiten der Straße des 17. Juni um etwa 30 Prozent verringern, ist Spalleks nächstes Argument. Durch den Auf- und Abbau ist die Ost-West-Achse bislang immer Tage vor und nach einer Veranstaltung gesperrt. Spätestens 2015, wenn Berlin das Champions-League-Finale ausrichtet, müsste das Land den Zaun für die Fanmeile selbst bezahlen, sagt Spallek. Letztlich sei ein fester Zaun viel sinnvoller, sagt auch Jürgen Lock vom Marathon-Ausrichter SCC. Wenn alle paar Wochen ein mobiler Zaun aufgestellt werde, verdienen daran nur die Verleiher solcher Absperrungen. Der SCC wäre bereit, jährlich freiwillig einen Betrag zu zahlen, wenn das Land einen festen Zaun errichten würde.

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