Verzögerung am Bau in Niederfinow : Neues Schiffshebewerk wird nicht 2014 fertig

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Niederfinow - Die für das Jahr 2014 geplante Fertigstellung des neuen Schiffshebewerkes in Niederfinow bei Eberswalde kann möglicherweise nicht gehalten werden. Auf der Baustelle des insgesamt 285 Millionen Euro teuren Vorhabens ist es zu Verzögerungen gekommen. Das bestätigte der oberste Planungschef und Technische Regierungsdirektor des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, Rolf Dietrich, dem Tagesspiegel. Noch könne nicht genau gesagt werden, ob der Probebetrieb tatsächlich in zwei Jahren aufgenommen wird. „Leider hat der Auftragnehmer nicht alle vertraglich fixierten Zwischentermine des Bauauftrages eingehalten“, sagte Dietrich. Das betreffe die Fertigstellung der neuen Trasse für die Landesstraße 29 und die Baufreiheit für den unteren Vorhafen. Die betroffenen Firmen seien aufgefordert, einen „bearbeiteten Bauzeitenplan“ vorzulegen.

Allerdings scheinen die Probleme doch recht groß zu sein. „Belastbare Aussagen zu Terminverschiebungen bei der Gesamtfertigstellung sind noch nicht möglich“, sagte der oberste Planungschef. Er wollte Gerüchte auf der Baustelle nicht bestätigen, wonach das neue Schiffshebewerk bis zu zwei Jahren später als ursprünglich geplant fertig werde. Auf jeden Fall käme es aber nicht zu Mehrbelastungen für den Steuerzahler, da der Auftragnehmer alle Mehrkosten tragen müsse.

Die neue Stahlkonstruktion soll das 80 Jahre alte Hebewerk am Oder-Havel-Kanal ersetzen. Es erreicht im Jahr 2014 seine prognostizierte Nutzungsdauer. Vom ursprünglich verkündeten Ziel, mit dem neuen Hebewerk auch einen Engpass im Güterverkehr zwischen West- und Osteuropa zu beheben, hat sich das Wasserstraßen-Neubauamt allerdings schon verabschieden müssen.

Denn für die Passage von doppelstöckig beladenen Containerschiffen müssten zwei Straßenbrücken über dem Oder-Havel-Kanal angehoben werden. Das Bundesverkehrsministerium hat kürzlich aber die Finanzierungszusagen zurückgezogen, so dass weiterhin nur halb beladene Schiffe diese Wasserstraße passieren können.

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