Villa-Bau in Kleinmachnow : Bushido kommt Auflagen des Denkmalamtes nach

Der Musiker befolgt nun die Auflagen des Denkmalschutzes beim Umbau seines Kleinmachnower Anwesens.

Solveig Schuster
Blick auf die Villa des Rappers Bushido.
Blick auf die Villa des Rappers Bushido.Foto: picture alliance / dpa

Kleinmachnow - Die Mauer steht wieder. Rapper Bushido hat in den vergangenen Tagen eine halbhohe Kalksteinwand um sein Anwesen am Zehlendorfer Damm ziehen lassen, und auch ein dazu gehöriger denkmalgeschützter Torbogen nimmt Gestalt an. Er bildete einst das Portal zum kaiserlichen Seemannserholungsheim, das sich im hinteren Bereich des 16 000 Quadratmeter großen Areals befindet. Bushido kommt damit einer Auflage des Denkmalamtes nach, die den Bau mit Wohlwollen begleitet. „Bisher gibt es für die Untere Denkmalbehörde keinen Anlass einzuschreiten“, erklärte ein Sprecher des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Auch in der Kleinmachnower Gemeindeverwaltung sind keine weiteren Beschwerden eingegangen.

Damit stehen die Zeichen zwischen dem Musiker und seinen Nachbarn auf Annäherung. Nachdem Bushido im Sommer damit begonnen hatte, die Mauer einzureißen, kochten zunächst die Emotionen hoch. Einige Kleinmachnower fürchteten, mit der Mauer ein weiteres Stück Kulturgeschichte des Ortes zu verlieren. Denn schon der Beginn der Arbeiten auf seinem Grundstück war nicht zimperlich.

Genehmigung für Abriss

Zunächst wurde das Eingangstor niedergerissen, dann unerlaubt einige Bäume zu viel abgeholzt. Der neuerliche Aufschrei der Kleinmachnower brachte Bushido an den Rand seiner Geduld. Die „Stasi-Gemeinde“ könne ihm bald den Buckel runterrutschen, twitterte er.

Für den Abriss der Mauer hatte der Sänger aber eine Genehmigung. Einzelne Steine des historischen Mauerwerks waren stark durchwurzelt und wiesen Frostschäden auf. Sie mussten ausgetauscht werden, um die Standsicherheit der Mauer nicht zu gefährden. Bushido war vom Denkmalamt aufgetragen worden, die Mauer zu kartieren, die Steine zu bergen und Mauer wie auch Torbogen später nach historischem Vorbild wieder aufzubauen. Bereits beschädigte Steine sollten durch neues Natursteinmaterial ersetzt werden. Dem kam Bushido, der das Anwesen vor vier Jahren samt denkmalgeschützter Villa erworben hatte, nun nach.

Pool soll noch entstehen

Lediglich einige kleinere Arbeiten am Torbogen stehen nach Angaben seines Architekten noch aus. Damit auch Feuerwehr und größere Fahrzeuge hindurchkommen, werde das Tor etwas höher und breiter als das Original, die Pfeiler nach historischem Vorbild mit Natursteinen und oberhalb mit Bieberschwänzen bestückt. Zur besseren Haltbarkeit wurde die Mauer mit Stahlbeton durchzogen.

Insgesamt schreiten die Arbeiten auf dem Villengrundstück zügig voran. Das frühere Seemannserholungsheim ist bereits fertig und bautechnisch abgenommen, sagt Chwalisz. Zwei weitere, neue Villen auf dem Areal stehen im Rohbau. Auch ein Pool soll noch entstehen. Zunächst hatte Bushido noch einen zweiten geplant, hierfür erhielt er aber keine Genehmigung.

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