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Virchow-Klinikum der Charité : Brutaler Angriff auf Chef der Gynäkologie - Motiv nun offenbar klar

Schock am Virchow-Klinikum der Charité: Am Dienstag wurde Professor Jalid S., Direktor der Klinik für Gynäkologie, brutal überfallen und schwer verletzt. Nun ist klar, dass es keinen Zusammenhang mit dem aktuellen Fall des verstorbenen Babys gibt. Denn offenbar haben Angehörige einer Patientin den Mediziner angegriffen.

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Eine brutale Attacke hat sich am Dienstagnachmittag im Virchow-Klinikum der Charité ereignet. Zwei Unbekannte drangen in das Büro des Direktors der Klinik für Gynäkologie ein und schlugen mit Stöcken auf den Mediziner ein. Professor Jalid S. wurde dabei schwer verletzt und muss auch zur Stunde noch stationär behandelt werden. Er erlitt auch Knochenbrüche und Platzwunden. Die beiden Täter wurden als Personen südländischer Herkunft beschrieben. Der Arzt nannte der Polizei den Namen der  Patientin. Die Polizei fahndet nach den Männern, bis Mittwochmittag gab es aber keine Festnahme

Die Hintergründe der Tat scheinen nun klar: Nach Aussage des Opfers handelt es sich bei den Tätern um zwei Angehörige einer Patientin, mit deren Behandlung die Männer "nicht einverstanden" gewesen seien. Das sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch. Einen Zusammenhang mit dem aktuellen Keimbefall an der Charité und dem Tod eines Babys schloss er definitiv aus. Aufgrund der Aussage des Opfers gibt es dem Sprecher zufolge nun auch eine konkrete Spur zu den Tätern.

Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) zeigte sich unterdessen „zutiefst erschüttert“ über den Vorfall. Er verurteilte den „offenbar gezielten Angriff“ auf den Gynäkologen. Auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl zeigte sich gegenüber dem Tagesspiegel am Dienstagabend sehr betroffen. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Polizei wertet dazu auch Aufnahmen der Videoüberwachung im Krankenhaus aus.

Vor fast zehn Jahren hatten  mehrere Sprengstoffanschläge auf einen Arzt Schlagzeilen gemacht.  Ein damals 77-Jähriger war über den Tod seiner Frau und seiner Schwägerin so verbittert gewesen, dass er mehrere Bomben bastelte.  Zwei Rohrbomben galten  einem Wilmersdorfer Mediziner.  Im April 2003 explodiert der erste Sprengsatz auf dem Autodach. Der Mann  kommt mit dem Schrecken davon. Einen Monat später die zweite Explosion, sie zündet ferngesteuert vor der Haustür des Opfers. Der damals 43-Jährige  wird lebensgefährlich verletzt, er verliert zudem ein Auge. 2005 wird Horst D. wegen zweifachen Mordversuchs zu zehn Jahren Haft verurteilt.  Das Gericht hatte bei der Urteilsverkündung von einem „Rachefeldzug“ gegen den Mediziner gesprochen, der Täter hatte ihm „Desinteresse und Herzlosigkeit“ bei der Behandlung vorgeworfen.

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