Vogelgrippe in Berlin : Verbreitungsgefahr: Hunde müssen an die Leine

Die Zahl der bestätigten Vogelgrippe-Fälle in der Stadt ist auf fünf gestiegen. Das Sperrgebiet gilt auch in Schöneberg.

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Freilaufende Hunde können den Virus verbreiten.
Freilaufende Hunde können den Virus verbreiten.Foto Christian Charisius/ dpa

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das Nationale Referenzlabor für Geflügelpest, hat gestern vier weitere Vogelgrippe-Fälle in Berlin bestätigt. Die Schwäne wurden alle aus dem Landwehrkanal gezogen. Insgesamt ist die Zahl der mit dem Virus H5N8 infizierten Tiere damit auf fünf angestiegen, teilte die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz mit. Der erste Schwan war am vergangenen Freitag gefunden worden.

Daraufhin war ein Sperrbezirk für Hunde und Katzen eingerichtet worden, der Dienstagabend ausgeweitet wurde. Tiere dürfen in diesem Gebiet nicht frei laufen. Das gilt jetzt auch für das Bayerische Viertel.

Einigen Bewohnern ist nicht klar, dass sie in einem Sperrbezirk wohnen

Am Bayerischen Platz ist am Mittwoch morgen niemand mit Hund unterwegs. Die Meraner Straße runter, in Richtung Rathaus Schöneberg, führt Detlef Rohr seinen schwarzen Pudel aus — an der Leine. "Das hat mit der Vogelgrippe nichts zu tun. Das mache ich immer so", sagt er. Dass auch sein Kiez jetzt zum Sperrbezirk gehört, wusste er nicht. "Nur in Kreuzberg habe ich ein Schild gesehen, Sperrbezirk wegen Vogelgrippe", sagt er. Ein paar Straßen weiter rennt ein kleiner Hund freilaufend um seine Besitzerin herum. Dass hier der Sperrbezirk gilt, wusste auch sie nicht. "Das beunruhigt mich nicht", sagt sie. Ihren Hund lässt sie weiterhin frei laufen. "Der frisst keine Vögel, was sollte da passieren?"

Es soll vermieden werden, dass die Haustiere das Virus weiter tragen

Bei der Leinenpflicht geht es in erster Linie nicht darum, Hunde vor einer Infektion zu schützen, sagt Elke Reinking, Sprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI). "Die Vorschrift ist wichtig, damit Haustiere das Virus nicht weiter verbreiten, wenn sie an einem toten Vogel schnüffeln und dann an einer anderen Stelle." Bisher gäbe es keine Hinweise darauf, dass sich das Virus auf Säugetiere übertrage.

Insgesamt 37 tote Vögel haben die Mitarbeiter im zuständigen Landeslabor in Frankfurt in den vergangene Tagen untersucht. 25 weitere wurden gestern dorthin gebracht. Unter den toten Vögeln sind nicht nur Schwäne, sondern "eine bunte Mischung mit Amsel, Krähe und Reiher", sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Wenn das Landeslabor den Virus feststellt, wird der Kadaver an das FLI weiter geleitet. Erst wenn auch das Institut den Virus nachgewiesen hat, gilt der Fall als bestätigt.

Der Sperrbereich für Haustierhalter gilt vom U-Bahnhof Bayerischer Platz bis zum Kreuz Schöneberg, vom U-Bahnhof Alt Tempelhof bis zur Schöneberger Straße/Manteuffelstraße, von U-Bahnhof Wittenbergplatz, S-Bahnhof Bellevue und Hauptbahnhof zum S-Bahnhof Oranienburger Straße.

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