Berlin : Vom Himmel hoch kam die Spitze herab - Teure Holzsanierung

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Mit einer spektakulären Aktion versuchte gestern die evangelische Paulus-Gemeinde, den Turm ihrer alten Dorfkirche in Lichterfelde zu retten. Mit einem Kran wurde die Schiefer gedeckte Spitze vom Kirchenturm gehoben und neben das Gotteshaus gestellt. Jetzt werden sowohl die Spitze als auch die morschen Balken im Innern des Turms repariert.

Seit Mitte 1999 wird der mit Holz verschalte Fachwerkturm der Kirche am Hindenburgdamm saniert. Durch Wasserschäden wurden das Innere der Turmspitze und die Balkenkonstruktion im Kirchenturm stark angegriffen. Diese Schäden bedrohten sogar die Standsicherheit des Turms, der sich nach Angaben von Gemeindepfarrer Paul-Gerhard Fränkle mehr als zehn Zentimeter nach Osten geneigt hatte und nur noch mit vier Stahltrossen aufrecht gehalten wurde. Seit Herbst ist er von der Bauaufsicht gesperrt. Deshalb entschloss sich die Gemeinde, das Turmdach der Feldsteinkirche, deren älteste Teile aus dem 14. Jahrhundert stammen, abzunehmen. Einige Wochen wird es nun neben der Dorfkirche stehen.

Die Reparaturarbeiten seien sehr kompliziert, berichtet Pastor Fränkle. Und teuer: rund 400 000 Mark wird die Sanierung kosten. Man hoffe auf öffentliche Mittel, meint Fränkle, dessen Gemeinde bereits 80 000 Mark gesammelt hat. Weiteres Geld für die Instandsetzung erhält die Gemeinde durch die Vermietung eines Teil des Gerüsts rund um den Turm an einen Baumarkt - eine Aktion, die in der Gemeinde nicht unumstritten war (wir berichteten).

Zeitgleich zur Holzsanierung wird auch das Innere des Kirchengebäudes wieder aufgefrischt, denn 2001 will die Gemeinde das 300-jährige Jubiläum der ersten Instandsetzung ihres Gotteshauses feiern. 1701 hatte der damalige Besitzer des Gutes Lichterfelde, ein Freiherr von Danckelmann, die im 30-jährigen Krieg zerstörte Kirche wieder aufgebaut.

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