Von 1443 bis 2013 : Grundsteinlegung zum Berliner Humboldt-Forum Mitte Juni

Am 12. Juni soll der Grundstein zum Berliner Humboldt-Forum gelegt werden. Dabei soll eine Verbindung zwischen dem verschwundenen Originalschloss und dem Neubau hergestellt werden. Zehn Millionen Euro wurden dafür bereits gespendet.

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Ein Spender, der anonym bleiben will, hat Millionen für den Bau einer Kuppel für das Schloss gegeben.
Ein Spender, der anonym bleiben will, hat Millionen für den Bau einer Kuppel für das Schloss gegeben.Foto: Promo

Der Festakt wird direkt in der Baugrube vollzogen, auf Höhe der künftigen Schlosskuppel am westlichen Rand des Platzes. 1000 prominente Gäste seien geladen, erklärte Manfred Rettig, Chef der Schloss-Stiftung, am Donnerstag, wenn Bundespräsident Joachim Gauck am 12. Juni den Grundstein zum Berliner Humboldt-Forum legt.

Es werden keine gemeinen Ziegelsteine sein. Eine Firma in Bamberg baut derzeit an einem 2,5 Tonnen schweren Sandsteinblock, der später in das Portal IV auf der Lustgartenseite eingelassen werden soll. Der Block besteht aus einem Originalsandstein des alten Schlosses, markiert mit roter Kreide, weil er eigentlich in das Schlossportal am Staatsratsgebäude integriert werden sollte. Dazu kam es aber nicht.

Auf dem alten Stein wird ein neuer Sandsteinblock gemauert, um eine Verbindung zwischen dem verschwunden Originalschloss und dem Neubau herzustellen. In die Steine sollen die Jahreszahlen der Grundsteinlegungen gemeißelt werden: 1443 und 2013.

Auch den Ablauf der Grundsteinlegung hat sich die Schloss-Stiftung genau überlegt: Es sollen keine Reden geschwungen werden, erklärt Rettig. Stattdessen werde eine türkischstämmige Moderatorin des Senders Arte eine Podiumsdiskussion leiten, mit den politischen Gästen, also Bauminister Peter Ramsauer (CSU), Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird nicht erwartet.

So könnte es künftig im Humboldt-Forum im Schloss aussehen
So könnte es aussehen. Beim Projekt "Springer" des Humboldt Lab werden spielerische Eingriffe in die eigentliche Ausstellung vorgenommen. Hier gibt es zu indischen Statuen Bekleidung und Opfergaben, wie sie beim Krugfest gang und gäbe sind.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Staatliche Museen Berlin/Jens Ziehe
13.03.2013 17:21So könnte es aussehen. Beim Projekt "Springer" des Humboldt Lab werden spielerische Eingriffe in die eigentliche Ausstellung...

Die Diskussionsrunde soll auf den künftigen Geist des Ortes verweisen. Das Humboldt-Forum will mit den Sammlungen der außereuropäischen Kulturen ein Ort des globalen Dialoges sein, keine Machtrepräsentanz wie sein Vorgänger, das Hohenzollernschloss.

Für das Volk, das sich künftig im neuen Schloss wohlfühlen soll, gibt es erst am 16. Juni Gelegenheit, die Baustelle samt Grundstein zu besichtigen. Dann lädt die Stiftung zum „Tag der offenen Baustelle“. Die Humboldt-Box bietet an diesem Tag kostenlosen Eintritt. Künftig soll es jedes Jahr bis zur Fertigstellung 2019 einen Publikumstag auf der Baustelle geben. Mit der Grundsteinlegung beginnen die Rohbauarbeiten. In diesem Jahr wolle man „schon aus dem Keller herauskommen“, sagt Rettig.

Baufortschritte am neuen Humboldt-Forum
Auf der Baustelle zur Errichtung des Humboldtforums in Form des Stadtschlosses laufen die Vorbereitungen für das größte kulturelle Vorhaben der Bundesrepublik auf Hochtouren. Der Grundstein soll Mitte Mai kommenden Jahres gelegt werden.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: dapd
08.11.2012 11:19Auf der Baustelle zur Errichtung des Humboldtforums in Form des Stadtschlosses laufen die Vorbereitungen für das größte kulturelle...

Spenden sind natürlich weiterhin erwünscht. Die neue Zielmarke liegt wegen Kostensteigerungen nicht bei 80, sondern 110 Millionen Euro. So viel kostet die barocke Außenfassade. Bislang seien mehr als zehn Millionen Euro auf dem Stiftungskonto eingegangen, erzählt Rettig. Rechnet man planerische Vorleistungen hinzu, die kostenlos vom Förderverein des Schlosses erbracht wurden, sei die Schwelle von 20 Millionen Euro laut Rettig bereits überschritten.

Die Stiftung tourt mit ihrer Schloss- Ausstellung demnächst durch die Türkei und Südamerika. Dort gebe es wegen guter aktueller und historischer Beziehungen zu Deutschland, respektive Humboldt, auch gute Chancen, größere Spenden einzusammeln, glaubt Stiftungschef Rettig. Der Bundestag hat bislang 590 Millionen Euro für den Schlossneubau genehmigt. Wenn die Spenden nicht reichen, muss nachgelegt werden.

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