Berlin : Von Rudow zum Flughafen mit Verspätung Umsteigen zwischen U 7 und Bus bleibt mühsam

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Der neue Flughafen kommt spät – aber die BVG kommt wohl noch später. Weil der Flughafen keinen Anschluss ans Netz der U-Bahn erhalten hat, will die BVG an der Endstation der U 7 in Rudow das Umsteigen zu den Bussen Richtung BER erleichtern. Deshalb sollen zwei neue Zugänge gebaut werden. Das Genehmigungsverfahren hat aber erst jetzt begonnen und wird sich hinziehen – wahrscheinlich bis weit ins nächste Jahr. Zunächst wird es weiter nur die vorhandenen schmalen Treppen geben. Dabei rechnet die BVG mit sehr vielen Fahrgästen. Alle fünf Minuten soll ein Express-Bus zum Flughafen fahren oder am U-Bahnhof ankommen.

Vorgesehen ist eine neue Haltestelle der Busse an der Neuköllner Straße. Für Einsteiger soll es ebenso einen neuen Ausgang im Bahnhof geben wie für die Umsteiger zur U-Bahn einen neuen Eingang. Beim Zugang zum Bus sind eine neue feste Treppe sowie eine Rolltreppe aus dem Zwischengeschoss des Bahnhofs zur Haltestelle vorgesehen. Bei den Umsteigern vom Bus zur U-Bahn reicht es nur für den Bau eines neuen Zugangs mit einer Rolltreppe. Die BVG wollte auch eine feste Treppe bauen, doch der Kauf der notwendigen Fläche scheiterte.

Mit den Arbeiten ist das Unternehmen in Verzug geraten, weil man zunächst angenommen hatte, für den Bau der beiden Zugänge reiche ein einfaches Verfahren mit einer so genannten Plangenehmigung aus; die Behörde hat dann aber doch ein aufwändiges Planfeststellungsverfahren verlangt, das mehr Zeit braucht.

Nachdem feststand, dass der Flughafen in Schönefeld entsteht, gab es auch Pläne, die U-Bahn von Rudow aus um wenige Kilometer bis zum künftigen Terminal zu verlängern. Die Option besteht seit dem Bau der U 7 Anfang der 1970er Jahre. Die vorgesehene Trasse auf Berliner Gebiet ist bis heute freigehalten. Ein ebenerdiger Bau wäre daher relativ billig gewesen. Gescheitert ist der Bau, weil Brandenburg nicht bereit war, die Kosten auf seinem Gebiet zu übernehmen. Zudem hatte die damalige BVG-Führung Bedenken, weil sie befürchtete, die mit 31,8 Kilometer ohnehin schon längste Linie im Netz würde durch dann noch verspätungsanfälliger. So müssen auch in Zukunft die letzten Kilometer im Bus zurückgelegt werden. Klaus Kurpjuweit

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