Von Tag zu Tag : Ab in die Mitte

Bernd Matthies staunt über eine Reise des SPD-Fraktionschefs.

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Wahlen, selbst wenn sie noch fern sind, können allerhand bewirken. Heinz Buschkowsky, der berühmteste Bezirksbürgermeister der Welt, ist äußerst populär in der Stadt und gehört der SPD an. Dennoch hat es sehr lange gedauert, bis sich in dieser Partei die Einsicht durchsetzte, dass es klüger ist, Integrationspolitik mit ihm und nicht gegen ihn zu machen und den – total abwegigen – Rassismusvorwurf in der Tonne für blindwütige Polemik verschwinden zu lassen.

Dennoch ist es natürlich lustig, zu sehen, was plötzlich alles geht. Als Buschkowsky dereinst aus dem integrationspolitisch interessanten Rotterdam zurückkam, sperrte die Fraktion ihn mitsamt seinen Erkenntnissen aus wie einen Kater, der Übelriechendes aus dem Garten reinschleppt. Plötzlich aber stehen die Verhältnisse Kopf: Fraktionschef Raed Saleh, den man eher den Buschkowsky-Gegnern zurechnen würde, hat ihn sich als Bärenführer durch eben dieses Rotterdam ausgesucht.

Bewegt sich da einer in höherer Absicht in die politische Mitte? Wie auch immer: Ein Mehr an Erkenntnis schadet weder rechts noch links. (Seite 8)

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