Von Tag zu Tag : Im Blindflug

Lars von Törne wundert sich über einen Vergleich des Verkehrsministers.

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Wer dachte, die Verantwortlichen der Berliner Flughafengesellschaft litten unter einem gestörten Verhältnis zur Wirklichkeit, wird jetzt von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer daran erinnert, dass es noch schlimmere Fälle von Realitätsverlust gibt. Der CSU-Politiker lobte über die Feiertage Münchens Franz-Josef-Strauß- Flughafen als Vorbild. „München wurde pünktlich fertig und blieb im Kostenrahmen“ sagte der Politiker. Eine Einschätzung, die er offenbar im Blindflug vorgenommen hat. Der Münchener Flughafen brauchte einst von der ersten Planung bis zur Fertigstellung 32 Jahre. Auf den BER übertragen, entspricht das einer Eröffnung um das Jahr 2022 herum. Die Münchener Kosten verzweieinhalbfachten sich von 1,8 auf 4,35 Milliarden Euro. Für Berlin hieße das, die bislang von 2,8 auf 4,3 Milliarden gewachsenen Kosten dürften um weitere 2,6 Milliarden Euro steigen, um dem Ramsauerschen Vorbild zu entsprechen. Da ist also noch Luft nach oben. Ein schöneres Geschenk zum Jahresende hätte der Minister den vielgescholtenen BER-Planern kaum machen können.

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