Was Fußball-Krawalle kosten : Ramsauer will Vereine zur Kasse bitten

von und

DEMOLIERTE ZÜGE UND BAHNHÖFE

Allein die Kosten für die Beseitigung der Schäden an dem Sonderzug, den Hertha-Fans auf der Rückfahrt von Düsseldorf demolierten, liegen laut Auskunft eines Bahnsprechers in fünfstelliger Höhe. Dafür tritt allerdings eine Versicherung ein. Anders ist es bei den Schäden, die Fußballfans auf Bahnhöfen oder in den regulären Reisezügen anrichten. Allein im vorigen Jahr beliefen sie sich auf 29 Millionen Euro, sagte der Bahnsprecher. Hinzu kämen die indirekten Schäden durch Zugverspätungen oder weil Kunden die Bahn meiden, weil sie sich von Fans belästigt fühlen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Vereine bei künftigen Krawallen möglicherweise an den Kosten für Schäden im Bahnverkehr beteiligen, wie er dem Nachrichtenmagazin „Focus“ sagte.

TAUSENDE POLIZISTEN PRO SPIEL

Vor Jahren hatte auch der damalige Polizeipräsident Dieter Glietsch gefordert, dass die Vereine an den Kosten beteiligt werden sollen. Doch gab es kaum Unterstützung, die Debatte schlief wieder ein. Michael Knape von der Berliner Polizei ist gegen die Beteiligung der Vereine. Die Sicherheit auch im Stadion sei eine „Kernaufgabe des Staates“, sagt er. Knape hat als Chef der Polizeidirektion 6 die Einsätze bei Dutzenden Risikospielen von Union und dem BFC Dynamo geleitet. Einmal hat er ausgerechnet, was der Einsatz bei einem Union- Heimspiel gekostet hat: für 7461 Einsatzstunden von knapp 1000 Beamten genau 292 774,08 Euro. „Alles auf Kosten des Steuerzahlers“, sagte Knape, „eigentlich müssten Steuerzahlerbund und Rechnungshof dabei verrückt werden“. Das letzte Hochrisikospiel bei Union war am 29. April in Köpenick. Mehr als 2000 Beamte waren im Einsatz.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben