Berlin : Wasser wird weiter gereinigt Spandauer Schmutzquelle

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Viele Grüße aus Berlin. Es dürfte nicht viele Fotomotive geben, die bei Touristen beliebter sind. Die Schauspieler in Wachuniform sind immer da, notfalls mit Schirm. Foto: Thilo Rückeis
Viele Grüße aus Berlin. Es dürfte nicht viele Fotomotive geben, die bei Touristen beliebter sind. Die Schauspieler in Wachuniform...

Spandauer können ab sofort wieder bedenkenlos das Berliner Trinkwasser genießen: In Abstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) und den Berliner Wasserbetrieben hat das Gesundheitsamt des Bezirks das Abkochgebot für Trinkwasser aufgehoben. Die Analysewerte von Proben aus dem Leitungsnetz nördlich der Heerstraße bis zum Spandauer Forst und westlich der Havel bis zur Berliner Stadtgrenze hätten „keine coliformen Keime oder andere Qualitätseinschränkungen“ mehr aufgewiesen, sagten am Sonnabend der Sprecher der Wasserbetriebe, André Beck, und die Spandauer Bezirksstadträtin Daniela Kleineidam (SPD).

Nachdem bei einer Routineuntersuchung coliforme Keime im Trinkwasser aus dem Wasserwerk Spandau gefunden worden waren, wurden mehr als 130 000 Spandauer in einem großzügig bemessenen Sperrgebiet aufgefordert, das Wasser vor Gebrauch mehrere Minuten abzukochen.

Nach wie vor unklar ist aber die Ursache des Keimbefalls. „Wir gehen von einem defekten Brunnen aus. Es kann aber auch eine defekte Zuleitung sein“, sagte Sprecher Beck. Solange die Keimquelle nicht gefunden ist, wird das Trinkwasser, das im Wasserwerk Spandau eingespeist wird, weiter mit Chlorgas gereinigt. Das Wasser schmeckt aber nicht nach Chlor, da sich das Gas verflüchtigt.

Zum Wasserwerk Spandau gehören drei Brunnengalerien mit insgesamt 45 Brunnen, die eine Tiefe von 60 bis 100 Meter haben. Eine Galerie ist zurzeit abgeschaltet, zwei Brunnengalerien sind noch aktiv. Alle Brunnen, die älter als fünf Jahre sind, haben die Wasserbetriebe ebenfalls vom Netz abgekoppelt. Das Wasser aus dem Spandauer Wasserwerk wird nach Angaben des Sprechers derzeit aus acht Brunnen eingespeist. „Die Ursachensuche dauert eine Weile. Die Brunnen werden auf Dichtheit und Unversehrtheit überprüft, um die Verunreinigungswege zu finden“, sagte Beck.

Die Wasserbetriebe ziehen weiterhin Wasserproben. Auch das Gesundheitsamt hat in mehreren Spandauer Privatwohnungen Trinkwasserproben entnommen, die auf Keime untersucht werden. Harald Krüger, der diensthabende Arzt des Lageso, sagte, das Endergebnis liege zwar erst am Montag vor. Doch die im Landeslabor Berlin-Brandenburg angelegten Kulturen wiesen bisher keinen Keimbefall auf. Krüger rät dennoch generell, stehendes Wasser aus den Leitungen vor dem Gebrauch so lange laufen zu lassen, bis es kalt temperiert ist. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme für Heimkehrer aus dem Urlaub oder Personen, die zu Hause längere Zeit kein Wasser benutzt haben.“ Coliforme Bakterien sind in der Regel nicht lebensbedrohlich, sie können aber zu Magen-Darm-Erkrankungen oder Harnwegsinfekten führen. Sabine Beikler

Weitere Informationen über www.bwb.de

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