WEINE DES MONATS : WEINE DES MONATS

von

URUGUAY

Runder Schaumwein aus Südamerika

Der viertgrößte Weinerzeuger Südamerikas? Ist Uruguay. Dort gibt es Weinreben schon seit der Zeit der spanischen Konquistadoren, aber erst spätere französische und baskische Einwanderer des 19. Jahrhunderts brachten System in die Sache und geeignete Reben wie Tannat und Malbec mit. 14 000 Hektar sind bestockt, das ist etwas weniger als in Baden, und folglich wird das meiste davon im Land selbst konsumiert oder bestenfalls in die Nachbarländer geschickt. Dennoch setzen viele neue Erzeuger auf den Überseeexport, und zu ihnen gehört auch die von der Familie Deicas bewirtschaftete Kellerei Juanicó, die nach französischem Vorbild auf ihren kalkhaltigen Lehmböden hervorragende Schaumweine produziert. Ihre Cuvée Castelar Brut Reserve ist einer davon, weiß gekeltert aus Pinot Noir und Pinot Meunier, sehr fruchtig in der Nase, komplex, rund und cremig am Gaumen – eine echte Alternative zu, na, Sie wissen schon. Für 9,99 Euro bei Nah & Gut in der Güntzelstr. 40 in Wilmersdorf und in der Breisgauer Str. 20 in Schlachtensee.

TIERRA DE CASTILLA

Feurige rote Cuvée

Der spanische Weinbau wird gegenwärtig von der Wirtschaftskrise mächtig durchgeschüttelt. Für den hiesigen Verbraucher hat das vor allem Vorteile, denn dabei entweicht sehr viel Luft aus den oft mit viel Fantasie festgelegten Preisen. Der Handel muss sich neu orientieren und neue Konzepte suchen, um im Wettbewerb bestehen zu können. André Gersdorf und Marion Streubel von der Weinhandlung Noer in Kreuzberg haben deshalb sogar in Zusammenarbeit mit der Finca Loranque im zentralspanischen Toledos eine eigene Weinlinie konzipiert. Ihre zweite Idee bestand darin, nicht unbedingt bekannten Vorbildern nachzueifern, sondern die rechtlichen Möglichkeiten der Landweine (Vinos de la Tierra) zu nutzen. Deshalb ist ihr 2009 Rodrigo kein reinsortiger Tempranillo, sondern eine Cuvée mit Shiraz, die zudem vier Monate in Barriques aus amerikanischer und ungarischer Eiche reifte. Dies führt zu einem für seine Preisklassse überraschend kraftvollen und komplexen Wein, der die Nase mit balsamischen Gewürznoten und Pflaumen- und Waldaromen streichelt und am Gaumen feurig und feinsäuerlich ausklingt. Die Flasche kostet 6,35 Euro bei Noer in der Falckensteinstr. 10 in Kreuzberg. Bernd Matthies

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