Wellness-Resort : Bald wieder Bade-Spaß im "Blub"

Seit 2003 liegt die Neuköllner Anlage brach. Jetzt wurde ein Betreiber für das geplante Hotel gefunden. Der Sport- und Wellnessbereich des Vier-Sterne-Familienresorts soll auch für Tagesbesucher offen sein.

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Ein Bild aus besseren Zeiten. Aus dem ehemaligen Britzer Freizeitbad „Blub“ sollte ein Ferienresort werden. Seit dem Frühjahr 2012 sind aber Wohnhäuser geplant.Weitere Bilder anzeigen
Foto: IMAGO/Schneider
29.11.2009 17:00Ein Bild aus besseren Zeiten. Aus dem ehemaligen Britzer Freizeitbad „Blub“ sollte ein Ferienresort werden. Seit dem Frühjahr 2012...

Der Projektentwickler des ehemaligen Britzer Freizeitbades „Blub“ hat einen Hotelbetreiber gefunden. Damit kann, so die Planung, die stillgelegte Anlage in zwei Jahren als Familienresort wiedereröffnen. Auf der gerade abgeschlossenen Messe für Gewerbeimmobilien Expo Real hat der Projektbetreiber Willmeroth Projektentwicklungsgesellschaft mbH (Wip) von einer deutschen Hotelkette eine entsprechende Absichtserklärung bekommen. Das teilte Tobias Willmeroth, Geschäftsführer der Wip, auf Anfrage mit. „Auf diesen Punkt haben wir in den vergangenen zwölf Monaten hingearbeitet“, sagte er, „jetzt können wir entsprechende Planungen umsetzen“.

Über den Namen des künftigen Hotelbetreibers und weitere Details des geplanten Ferienresorts haben beide Seiten vorerst Stillschweigen vereinbart. „Bis Mitte Dezember wollen wir die Planungsphase abgeschlossen haben“, sagt Willmeroth, „dann sollen Hotelkonzept und die wirtschaftlichen Eckdaten stehen.“ Bis dahin muss sich entscheiden, wie viele Betten die Anlage bekommt, in welcher Form und in welcher Größe die stillgelegte Badelandschaft weiterbesteht und wie der Vier-Sterne-Hotelkomplex konkret aussehen soll. Baubeginn wäre demnach im Sommer 2012. Das dafür nötige Baurecht soll im Frühjahr 2012 vorliegen. „Wir rechnen mit einer 18-monatigen Bauzeit“, sagt Willmeroth. Demzufolge könnte das Resort Ende 2013 oder Anfang 2014 die ersten Gäste empfangen. Insgesamt rechnet die Projektentwicklungsgesellschaft mit einem Investitionsvolumen von 50 bis 70 Millionen Euro. Darin sind die Kosten für den Kauf des Areals mit eingeschlossen.

Die 1985 in Britz eröffnete Anlage war in den Anfangsjahren eine beliebte Ferien- und Freizeitadresse. In späteren Jahren hatte sie mit baulichem Verfall und Sicherheitsproblemen zu kämpfen. 2002 schloss das Gesundheitsamt die Anlage aus hygienischen Gründen vorübergehend. Seit der Insolvenz des Blub 2003 liegt das Areal mit Ausnahme der Saunalandschaft „Al Andalus“ brach. Diese soll laut Aussage von Willmeroth vollständig in das neue Resort integriert werden. 2009 hatte die Wip das 35 000 Quadratmeter große Badeparadies an der Buschkrugallee vom Liegenschaftsfonds gekauft. Seitdem arbeitet der Investor daran, im Blub Berlins erstes Ferienresort für Familien zu schaffen. Ursprünglich wollte die Wip die Ferienanlage bereits 2011 wiedereröffnen. Man habe aber allein zwei Jahre gebraucht, um die Voraussetzung für das Baurecht auf dem Areal zu schaffen, sagt Willmeroth.

An der ursprünglichen Idee eines innerstädtischen Familien-Ferienresorts mit angeschlossener Badelandschaft und Sport- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche halten der Projektentwickler und der neue Betreiber fest. Die Anlage, die nach Aussage von Wip-Geschäftsführer Willmeroth in Deutschland einmalig sein wird, soll Familien ansprechen. Diese machen rund elf Prozent der Übernachtungsgäste in der Hauptstadt aus. Hinzu kämen die Familien, die in Berlin bei Bekannten unterkommen oder eines der über 15 000 Ferienapartments in der Stadt anmieten, rechnet Willmeroth vor: „Das sind insgesamt mehr als zwei Millionen Berlin-Besucher jährlich“. Weil dieses Klientel preisbewusst denkt, sollen die Übernachtungspreise im neuen Ferienresort auch nicht über den Durchschnittspreisen der Vier-Sterne- Häuser im übrigen Berlin liegen – trotz der Badelandschaft.

„Wir hatten auch viele ausländische Interessenten für das Resort“, sagt Willmeroth. Für den deutschen Betreiber habe man sich auch deshalb entschieden, weil dieser Erfahrung mit Familien- und Ferienresorts mitbringe, sagt Willmeroth: „Wir glauben, dass eine bekannte deutsche Marke die besten Erfolgschancen hat.“ Berliner sollen Sport- und Wellnessangebote des Resorts dann entweder über eine Mitgliedschaft oder mittels Tageskarten nutzen können.

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