Welttag der Kinderrechte - Aktion im FEZ : Kiss gibt Küsschen

Rocklegende Gene Simmons taucht plötzlich in der Wuhlheide auf. Ein Konzert steht nicht an, das ist erst im Juni. Aber viel wichtiger: Simmons engagiert sich für die Rechte von Kindern.

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Gene Simmons zeigt sich gemeinsam mit 100 Kindern, die „Schirme für den Frieden" bemalen.
Gene Simmons zeigt sich gemeinsam mit 100 Kindern, die „Schirme für den Frieden" bemalen.Foto: Mike Wolff

Das hätte sich Bassist, Sänger und Gründer der Schockrockband „Kiss“, Gene Simmons, sicher nicht träumen lassen: dass er als 65-Jähriger mal mit einem bemalten Regenschirm voller Blumen und Regenbögen posiert. „Die Zunge!“, rufen die Fotografen – okay, der zweifache Vater und Ehemann, Autor und Unternehmer zeigt das Markenzeichen. Simmons wirbt mit Prominenten fürs internationale Weltkindertagsfest im FEZ Wuhlheide vom 30. Mai bis 1. Juni, mit mehr als 100 Partnern wie der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau, mit Beatboxen, Eierkuchenzielwerfen und 20 Tonnen Stroh zum Herumtollen.

Kiss-Bassist und -Sänger Gene Simmons besichtigt das Mauerteil „Malala" vor dem FEZ in Berlin-Köpenick. Victor Landeta, neben Simmons, hat das Mauerteil im Rahmen des Projektes „Die Erde mein Zuhause" gestaltet.
Kiss-Bassist und -Sänger Gene Simmons besichtigt das Mauerteil „Malala" vor dem FEZ in Berlin-Köpenick. Victor Landeta, neben...Foto: Mike Wolff

Anlässlich des Tages für Kinderrechte fordert Simmons symbolhaft, „dass wir das Kinn unserer Kinder anheben müssen“. Was er von Kindern gelernt habe? Da fasst er die Reporterin sanft an den Schultern, dreht sie Richtung Baum. „Was sehen Sie?“ Einen Baum. „Kleine Kinder entdecken alles neu, sie entdecken die Blätter, sehen darin kleine Wunder. Diese Unschuld können wir lernen.“ Er wechselt oft ins Deutsche, wurde in Haifa geboren, kann auch Spanisch und Hebräisch. Seine Eltern stammen aus ungarisch-jüdischen Familien, sie entkamen dem Holocaust und wanderten nach Palästina aus – alle anderen Familienmitglieder starben im KZ. Weil sein Vorname Chaim auf Englisch wie „Schande“ klang, wurde er zu Gene.

Er albert mit Kindern der Anna-Seghers-Grundschule herum, die auch bemalte Schirme tragen: eine Kunstaktionsidee von US-Friedensaktivist Matt Lamb, dessen Tochter Sheila Lamb sich gegen Missbrauch und Kinderarbeit einsetzt. Auf dem neuen Mauersegment vorm FEZ, auf dem ein Bild der Friedensnobelpreisträgerin Malala von Künstler Victor Landeta prangt, hinterlässt Gene einen Händeabdruck. In Rot, mit typisch diabolisch abgespreizten Fingern. Simmons bekommt dann noch den „Theos Kinderpreis“ für soziales Engagement und ein eigenes blaues Herz auf dem Pflaster der Abteibrücke in Treptow-Köpenick eingelassen. Am 3. Juni zeigt er wieder Zunge, beim Kiss-Konzert in der O2-Arena.

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