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Wintereinbruch : Achtung, heute Nacht wird es richtig rutschig

10.12.2012 16:09 Uhrvon
Dieses flinke Eichhörnchen im Volkspark Wilmersdorf scheint sich aus dem erneuten Winterausbruch nicht viel zu machen.Bilder
Dieses flinke Eichhörnchen im Volkspark Wilmersdorf scheint sich aus dem erneuten Winterausbruch nicht viel zu machen. - Foto: dpa

UpdateSchnee, Eis und Matsch liegen nach einem winterlichen Wochenende auf Berlins Straßen, zudem gab es am Morgen massive Verspätungen bei der S-Bahn. Achtung, liebe Leserinnen und Leser: Heute Nacht und am Dienstagfrüh ist höchste Vorsicht geboten.

Bis zu minus sieben Grad Celsius kalt soll es heute Nacht in Berlin werden - und damit ist erhöhte Vorsicht geboten. Was an Schnee und Matsch bislang aufgetaut ist, wird wieder festfrieren. Dann kann es richtig rutschig werden. Die Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin, Angela Kijewski, sagt: "Wir erwarten ab heute Nacht deutlich mehr Verletzte." Eisglätte ist tückisch. Wenn sich auf das Gefrorene wieder neu gefallener Schnee ablegt, sieht man oft nicht, wie glatt es darunter ist.

Schon am Montagvormittag war für viele Berliner langsames Gehen angesagt, die Lage blieb aber vergleichsweise ruhig: Am Wochenende hat es in der Hauptstadt, so wie in weiten Teilen Deutschlands, geschneit, am Montagmorgen sorgte der Schneematsch für so manche Rutschpartie.

Die Winterdienste der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) und die privaten Dienste kamen bei dem starken Schneefall kaum mit dem Räumen hinterher. Für die Sicherheit auf den Straßen ist die BSR zuständig. Mit 480 Räumfahrzeugen und 2100 Mitarbeitern war sie seit Sonntagmorgen, 6 Uhr, bis Montagmorgen im Einsatz. "Wir mussten spontan die Schichten verlängern und auch eine Nachtschicht einlegen", sagte BSR-Sprecher Bernd Müller am Montag. "Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir alles im Griff haben." Alle großen Straßen und zudem viele kleine seien freigeräumt.

Doch wies Müller ausdrücklich darauf hin, dass die BSR nicht für die Bürgersteige verantwortlich sei. Die sind von den Anliegern, also den Hauseigentümern frei zu räumen. Diese müssen vor ihren Grundstücken Eis und Schnee beseitigen und bei Glätte abstumpfende Streumittel streuen. Wenn auf den Gehwegen also der Schnee die Sicherheit gefährdet, sind die jeweiligen Grundstückseigentümer ihrer Pflicht nicht nachgekommen. Das gilt auch für öffentliche Gebäude wie Schulen. Das jeweilige Bezirksamt schreibt die Stelle für Schneeräumdienste jedes Jahr wieder aus. Der private Räumdienst, der das beste Angebot macht, bekommt den Zuschlag und kümmert sich für die jeweilige Wintersaison um die Zufahrtwege vor den Schulen. Bei der Schneebekämpfung sind jegliche Auftaumittel wie etwa Salze generell verboten. Wer mit dem Schneeschieben also zu lange wartet, der muss das entstandene Eis mit der Schippe aufbrechen und beseitigen.

Unterdessen kam es am Montagmorgen im S-Bahn-Verkehr zu massiven Behinderungen - die aber nicht mit dem Wetter zusammenhingen. Auf der Ringbahn kam es aufgrund eines defekten Zugs im Bahnhof Westhafen und eines Notarzteinsatzes in Wedding zu erheblichen Verspätungen und auch zu Zugausfällen, zeitweise fuhren zwischen Wedding und Ostkreuz keine S-Bahnen. Gegen viertel nach zwölf teilte die S-Bahn über ihren Twitter-Account mit, nun seien nur noch "vereinzelte" Züge mit Verspätung unterwegs.

Zwischen 12:30 bis ca. 13:00 hatte die S-Bahn eine Streckensperrung zwischen Erkner und Wilhelmshagen aufgrund eines Polizeieinsatzes angekündigt. Betroffen waren damit die letzten beiden Haltestellen der Linie S3. Am Morgen gab es zudem eine Weichenstörung in Grunewald, deshalb verkehrte die S7 zwischen Westkreuz und Potsdam nur im 20-Minuten-Takt. Vorübergehend hielten zudem wegen eines Polizeieinsatzes keine Linien im Bahnhof Adlershof, mittlerweile aber wird die Station wieder bedient.

Nach einem klirrend kalten Wochenende hat sich die Wetterlage im verschneiten Deutschland kurzzeitig wieder entspannt. Die Temperaturen lagen in der Nacht zum Montag teilweise wieder über null Grad, schwere Unfälle aufgrund von Glätte oder Schnee wurden bis zum Montagnachmittag nicht gemeldet. Das Unfallkrankenhaus Berlin meldete allerdings sechs Menschen, die aufgrund von Glätte gestürzt sind und sich verletzt haben.

Die Tageshöchsttemperaturen lagen am Montag meist zwischen 1 und 3 Grad (ausführliche Informationen über das Wetter in Berlin finden Sie hier). Das etwas mildere Wetter hält jedoch nicht lange an. Schon zum Feierabend hin gehen die Temperaturen zum Nullpunkt zurück. In der Nacht zum Dienstag soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fast in ganz Deutschland wieder schneien. Bis Mitte der Woche sei zudem mit zweistelligen Minustemperaturen zu rechnen. Am zweiten Advent wurde Deutschland und ganz Europa kalt erwischt: Lesen Sie hier, was am Winterwochenende geschah.

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