Berlin : Wirtschaft fordert Klinik-Holding Charité und Vivantes sollen fusionieren

Die Krankenhauskonzerne Charité und Vivantes sollten nach Ansicht der Berliner Wirtschaftskammern von einer gemeinsamen Holding geführt werden. Dies ermögliche eine einheitliche Investitionsplanung, Einsparungen durch Synergien und mehr Transparenz, sagten Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz und Eric Schweitzer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), am Mittwoch. Es gehe aber nicht um eine komplette Fusion. „Die Stärken beider Unternehmen könnten erhalten bleiben“, hieß es. Eine Zusammenführung könne die Kosten um jährlich 60 Millionen Euro senken. Die Holding solle eine Aktiengesellschaft werden, um den Einfluss der Politik zu begrenzen, sagte Schwarz. Außerdem könne dann „externes Kapital“ akquiriert werden.

Das Senatskonzept für die Charité und Vivantes ändere wenig und führe die Kliniken längerfristig in die „Drittklassigkeit“, kritisierte Schweitzer. Den „Investitionsstau“ schätzt er auf 1,7 Milliarden Euro. Wie berichtet, wollen der Senat und die SPD-Fraktion die Charité zum Abbau von 500 Betten auffordern. Dafür blieben das Klinikum Benjamin Franklin in Steglitz, das Rudolf-Virchow-Klinikum in Wedding und der Campus in Mitte erhalten. Gelder für die Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte und für neue OP-Säle in Steglitz sollen zügig freigegeben werden.

Die Kammern fordern, das „marode Bettenhochhaus“ durch einen Neubau zu ersetzen und diesen zusammen mit Privatinvestoren in einer „Public Private Partnership“ zu errichten. Der beste Standort sei ein Areal nördlich des Hauptbahnhofs; durch die Nähe zum Pharmakonzern Bayer Schering könne dort die Keimzelle einer „Medical City“ entstehen.

Vivantes-Chef Joachim Bovelet äußerte derweil den Eindruck, dass eine Fusion mit der Charité für den Senat kein Thema mehr sei. Als Alternative schlug er vor, Vivantes zur eigenständigen Aktiengesellschaft zu machen. CD/ddp

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