Wohnen für alle in Berlin : Demonstranten protestieren mit Möbeln vor Stadtschloss

Mit Sofas und Sesseln versammelten sich am Mittwochabend rund 200 Menschen vor dem Stadtschloss. Sie protestieren gegen die aktuelle Wohnungspolitik.

von und Anna Graefe
Demonstranten vor dem Schloss.
Demonstranten vor dem Schloss.Foto: Jana Lotze

Unter dem Motto "Runter von der Straße rein ins Schloss! Wohnzimmer statt Lobby!" demonstrierten am Mittwochabend Berliner für mehr sozialen Wohnungsbau. Laut der Polizei sollen 200 Menschen vor Ort gewesen sein. Die Protestierer verlangten günstige Wohnungen und mehr Geld für öffentliche Wohnbauprojekte statt den Neubau eines Schlosses.

Das Bündnis „Berlin für alle“ organisierte die Kundgebung, bei der es sich die Demonstranten vor dem Stadtschloss gemütlich machten. Die Organisatoren forderten im Vorfeld Teilnehmer auf, Hausrat wie Stehlampen und Sofas mitzubringen. Am Stadtschloss fand am Abend auch der „Tag der deutschen Immobilienwirtschaft“ statt. Ein Spaziergang zum Berliner Schloss und ein Schlossabend waren vorgesehen. Vor Ort sollen unter anderem der Ex-Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, und Alexander Dobrindt gewesen sein. Die Demonstranten begrüßten die Politiker lautstark mit Konfetti. Ralph Neumann von der Initiative Berlin für Alle sagte: "Das sich die Immobilienlobby und Politik gerade im aristokratischen Stadtschloss zum 'Networken' trifft, spricht Bände. Bund und Land geben 590 Millionen dafür aus, in einem Schloss, das niemand will, während der Kolonialzeit entwendete Kunstgegenstände auszustellen."

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