Berlin : Wohnhäuser statt Spaßbad

Das ehemalige „Blub“ in Britz wird abgerissen. Saunabetreiber sucht Standort.

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Außer Fliesen nichts geblieben. Tristesse herrscht im früheren Spaßbad. Foto: Steinert
Außer Fliesen nichts geblieben. Tristesse herrscht im früheren Spaßbad. Foto: SteinertFoto: uwe steinert

Berlin - Seit 2003 liegt das Britzer Freizeitbad „Blub“ brach, und Ende April schließt auch die im Komplex an der Buschkrugallee verbliebene Saunalandschaft „Al Andalus“. Die Pläne für ein neues „Ferienresort für Familien“ unter Einbeziehung der Sauna sind vom Tisch: Projektentwickler Tobias Willmeroth hat das Grundstück an bayerische Investoren verkauft, die Wohnhäuser bauen wollen. Für sein Resortprojekt habe er einen „besseren, citynahen Standort“ gefunden, sagte er. Eine deutsche Hotelkette, seit 2011 als Betreiber eines Hotels auf der geplanten Ferienanlage im Gespräch, konzentriere sich nun auf den Ersatzstandort.

Auf einen neuen Standort für seinen Sauna- und Wellnessbetrieb hofft auch Harald Frisch, der das „Blub“ 1985 gegründet hatte. Das Kürzel stand für „Berliner Luft- und Badeparadies“. Das Bad lockte anfangs jährlich 600 000 Besucher an, später halbierte sich die Zahl.

Der 75-jährige Frisch plant mit Partnern an anderer Stelle „eine Saunawelt mit Day Spa und Thermalbad“. Man habe einen Standort in Aussicht, der „eine Verbesserung“ bedeuten würde, unterschrieben sei noch nichts. Mit dem „Blub“-Abriss rechnet Frisch erst 2013. Die Schließung der Sauna zum jetzigen Zeitpunkt begründet er damit, dass im Sommer der Betrieb nicht kostendeckend sei. Zum Scheitern des Resortprojekts in Britz nannte Frisch zusätzliche Details: Willmeroth habe die Finanzierung nicht wie vom Bezirksamt verlangt „bis zum Jahresende 2011 nachweisen“ können. Den Wunsch nach einer Fristverlängerung habe das Stadtplanungsamt abgelehnt. Dahinter stehe anscheinend das Ziel, den Wohnungsbau in Neukölln zu forcieren.

Bezirksbaustadtrat Thomas Blesing (SPD) wurde über den Verkauf des „Blub“-Geländes informiert, ein Bauantrag für die Wohnhäuser liegt ihm noch nicht vor. Die neuen Pläne seien voraussichtlich genehmigungsfähig. Bisher haben die Grundstückskäufer ihr Vorhaben weder dem Bezirksamt noch der BVV vorgestellt. Laut Willmeroth geht es der bayerischen Investorengruppe um eine „normale Bebauung mit einer Mischung aus Eigentums- und Mietwohnungen“. Anders als Charlottenburg-Wilmersdorf oder Zehlendorf sei Britz schließlich „kein geeigneter Ort“ für Luxussiedlungen.CD

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