Update

Wohnungsnot in Berlin : Vermieter raten zum Umzug nach Brandenburg

In Berlin droht eine Wohnungsnot, wie "zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg" - sagen die Vermieter. Und haben einen Tipp für Wohnungssuchende.

von
Geld her. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch.
Geld her. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch.Foto: Jens Kalaene/dpa

Weil kaum noch Wohnungen leer sind und die Mieten kräftig steigen, rät der Wohnungsverband BBU zum Umzug in "schmucke Brandenburger Städte". Der Druck auf dem Wohnungsmarkt nimmt immer stärker zu. Erstmals spricht sogar die Chefin des Wohnungsverbandes BBU von einer "möglicherweise drohenden Wohnungsnot" in Berlin angesichts der Voraussagen von einem Wachstum der Bevölkerung auf vier Millionen Menschen. Als Maßstab für eine Wohnungsnot nannte Kern die Lage in Berlin "nach dem Zweiten Weltkrieg". Gemessen am Wohnungsbestand könne von Wohnungsnot gesprochen werden, wenn weniger als ein Prozent leer stehe - zurzeit seien es noch etwa zwei Prozent.

Die Mieten der im BBU organisierten, vielfach landeseigenen Unternehmen oder Genossenschaften, liegen 30 Prozent unter dem Durchschnitt von Online-Angeboten: Im Netz bieten private Hauseigentümer ihre Wohnungen im Durchschnitt für rund neun Euro pro Quadratmeter und Monat an, die Mitglieder des BBUs verlangen für eine frei gewordene Wohnung im Durchschnitt "nur" 6,31 Euro.

Geld her. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch.
Geld her. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch.Foto: Jens Kalaene/dpa

Am günstigsten sind Wohnungen im Angebot der BBU-Firmen in Marzahn-Hellersdorf mit 5,65 Euro, wobei die Preise sogar in diesem bisher als billige Randlage geltendem Bezirk überdurchschnittlich ansteigen um 6,6 Prozent. Das deutet auf eine größere Nachfrage hin. Denn im teuersten Bezirk Steglitz-Zehlendorf verlangten die BBU-Firmen in diesem Jahr "nur" 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr, durchschnittlich 7,04 Euro je Quadratmeter und Monat.

Noch günstiger sind die neu abgeschlossenen Mieten bei den landeseigenen Unternehmen: 6,11 Euro je Quadratmeter und Monat verlangen diese. "Das ist ein Ergebnis des Mietenbündnis der Firmen mit dem Senat", sagte BBU-Chefin Kern. Darin hatten sich landeseigene Unternehmen zu einer Dämpfung der Mieten verpflichtet.

Angesichts des Wohnungsmangels wirbt der BBU für ein Blick der Wohnungssuchenden über die Stadtgrenzen hinaus. in einem Umkreis von einer Stunde Fahrtzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln stehen Kern zufolge 10.000 Wohnungen in "schmucken Brandenburgischen Städten" leer. Sparen könnten Berliner bei einem Umzug "bis zu 1400 Euro im Jahr". Die Mieten liegen in Brandenburg an der Havel unter fünf Euro je Quadratmeter und Monat. In einem Umkreis von 90 Minuten stünden sogar 16.000 Wohnungen leer.

Autor