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Zoo Berlin : Die Pandas kommen am 24. Juni an

Die beiden chinesischen Pandabären sollen Ende nächster Woche nach Berlin fliegen. Zu Gesicht bekommen sie die Berliner aber erst im Juli.

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Bald sind die Pandas in Berlin.
Bald sind die Pandas in Berlin.Foto: Xue Yubin/Xinhua/AP/dpa

In China begeistern die Menschen Fotos von zuckersüßen Baby-Pandas an der Flasche, die in Schutzreservaten mit künstlicher Befruchtung gezeugt wurden. In Berlin können sich bald ein Männchen und ein Weibchen in einem Tunnel zwischen den Gehegen nahe den Besuchern begegnen. Noch ist rund um diesen tierischen Darkroom aber Baustelle, denn der 10 Millionen Euro teure Panda-Garten mitten im Zoologischen Garten ist noch nicht fertig. Liegt aber alles im Zeitplan, bekräftigt der Zoo.

Muss es auch: Das Weibchen Meng Meng, gesprochen Möng-Möng, und Jiao Qing, also Dschao-King, kommen in wenigen Tagen, am 24. Juni um 14.04 Uhr, mit Lufthansa Cargo in Berlin-Schönefeld an. Begrüßt werden sie im Cargo-Bereich des eigentlich noch gar nicht eröffneten BER von Berlins Regierendem Michael Müller (SPD) und dem chinesischen Botschafter Shi Mingde.

Für die Frachtmaschine mit der kostbaren Last wurde extra der Flugplan geändert, damit die Reise für die beiden geschlechtsreifen Pandas nicht zu lang wird. Eigentlich wäre bei der Tour Touchdown in Frankfurt am Main gewesen. Die Frachtmaschine LH 8415 fliegt zunächst am 23. Juni von einem Flughafen nahe Peking nach Chengdu. Dort verabschiedet China die Pandas, die Fachleute aus der Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding für Berlin ausgewählt haben.

Vier Wochen werden Meng Meng und Jiao Qing zu diesem Zeitpunkt schon in Quarantäne verbracht haben und mit Futter an ihre Transportboxen gewöhnt worden sein. Die haben sich gerade beim Transport in die Niederlande bewährt: 1,40 Meter mal 1,40 Meter mal 1,80 Meter, hunderte Kilogramm schwer, mit Sichtschutz für die Tiere und Einsicht für die zwei Pfleger aus China.

Die Pandas werden auf dem Flug wohl schlafen

Dann fliegt noch Zoo-Tierarzt Andreas Ochs mit, mehr Passagiere dürfen nicht an Bord des Panda-Transports. Die Boxen werden auf Rollen in den Frachtraum geschoben und fixiert. Das muss sitzen, sagt Andreas Ochs, und erinnert sich an den Transportflug mit einem Elefanten, der randalierte, bis der Pilot zu Ochs sagte: Bitte bekommen Sie das Tier unter Kontrolle, wir fallen sonst runter wie ein Stein.

Da Pandas entspannt seien, würden sie wohl eher einschlafen – Ochs wird jedenfalls alles mit der Kamera festhalten. Eine Tonne Bambus wird für den 12-Stunden-Flug mit Tank- und Technikstopp in Nowosibirsk geladen, und die Kisten haben Saugmatten, so dass die Tiere ihre Reise „im Fall der Fälle trocken und ohne Geruchsbelästigung fortsetzen können“, wie es in der Pressemitteilung des Zoos nett formuliert heißt. Die Bambuszweige in der Kiste sind aber schon von den Tieren markiert, damit sie sich heimisch fühlen. Viel Trinkwasser ist natürlich auch an Bord.

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Damit die Schräglage die Tiere – sie dürfen den Schutzbestimmungen zufolge nicht betäubt werden – nicht beunruhigt, fliegen die Piloten bei Start und Landung sogar mit einem flacheren Ansteigewinkel, erklärt Jörg Bodenröder, Leiter der Tiertransporte der Lufthansa Cargo. Ob die Lipizzaner der Wiener Hofreitschule oder Springpferde für Olympische und Paralympische Spiele – 42 Großtierställe, 39 Hundeboxen, spezielle Klimakammern oder Schwarzlichtpositionen zur Untersuchung von Zierfischen, gar eine „Animal Lounge“ in Frankfurt: All das hat Lufthansa Cargo parat. Und nun heben die Pandas ab; der Zoo zahlt einen Freundschaftspreis. Wie viel, wollte man nicht sagen.

Was genau Meng Meng und Jiao Qing als Leihgabe für 15 Jahre qualifizierte, wird erst nach Ankunft der Pandas bekanntgegeben. Die Berlinerinnen und Berliner werden sie nach Eingewöhnung im neuen „Panda Garden“ frühestens am 5. Juli zu Gesicht bekommen, noch ist dort alles mit weißen Folien abgeklebt.

Merkel hat sich für die Vermittlung der Tiere eingesetzt

Der mehr als 5500 Quadratmeter große Neubau aus Zoo-Eigenmitteln könnte auch „Panda-Palast“ heißen, denn die große Anlage mit chinesischem Tor, Kletterwald für das Weibchen rechts und das Männchen links und das Innengehege mit Umweltinfo-Haus in Bambusoptik plus der Pavillon-Besucheraustritt sind sogar noch im Baustellenzustand Schmuckstücke der Zooarchitekur. Dass China jüngst Kritik an der Größe und der Lage nahe dem Raubtierhaus äußerte, überraschte den Zoo, schließlich habe man alles lange gemeinsam geplant. Nachgebessert wurde trotzdem. Zur Bezugsfeier Anfang Juli werden auch deutsche und chinesische Spitzenpolitiker erwartet – Angela Merkel (CDU) hatte sich für die Vermittlung der Tiere stark gemacht.

Knapp 2000 Exemplare gibt es in der immer kleiner werdenden Wildnis noch, verstreut, in Reservaten. Weil die standorttreuen Weibchen überhaupt nur 72 Stunden im Jahr fruchtbar sind, ist Nachwuchs rar. Die eine Million Euro jährliche Leihgebühr zugunsten des Giant Panda Conservation Funds hofft der Zoo über Zusatzeinnahmen wieder einnehmen zu können. Zu schön, gäbe es auch aus Berlin dann Pandababybilder.

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