Zusage für Straßenfest in Berlin-Kreuzberg : Karneval der Kulturen 2015 findet statt

Seit bald 20 Jahren wird an Pfingsten der Karneval der Kulturen gefeiert. Zur Folklore gehört auch das fehlende Geld. Dabei stellt die Berliner Integrationsbeauftragte jetzt klar: Der Karneval 2015 findet statt.

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Bunt, farbenfroh - und unterfinanziert: Der Straßenumzug des Karnevals der Kulturen in KreuzbergFoto: ddp

Exotische Kostüme, Trommelrhythmen und zum Schluss noch ein paar Takte Techno. Wenn Pfingsten traditionell der Karneval der Kulturen in Kreuzberg gefeiert wird, gibt sich Berlin besonders aufgekratzt und weltoffen. Seit 1996 lockt er Hunderttausende auf die Straße, doch seit Jahren gibt es Ärger ums Geld. Stets warnen die Veranstalter, dass im Sommer aber wirklich Schluss sein könne.

Und so ist das auch jetzt, in diesen Dezembertagen des Jahres 2014. „Es ist schwer vorstellbar, dass der Karneval der Kulturen 2015 noch geplant und durchgeführt werden kann“, heißt es in einem internen Schreiben, das an die teilnehmenden Gruppen geschickt worden ist. Die Finanzierung für das Projekt sei nicht gesichert. „So wie im letzten Jahr können wir definitiv nicht mehr weitermachen“, sagt Phillipa Ebéné über die Situation. Sie ist Geschäftsführerin der „Werkstatt der Kulturen“; der Verein veranstaltet seit 18 Jahren das mehrtägige Straßenfest und den Umzug vom Kreuzberger Karneval. Im Jahr 2014 nahmen nach Veranstalterangaben 1,3 Millionen Menschen teil.

Karneval der Kulturen 2014
Sportlich, sportlich - dieser Tänzer der Gruppe "Amasonia" stimmt sich und das Publikum schon mal auf die WM ein. Eindrücke von diesem Umzug, dem Kinderkarneval am Vortag und viele nützliche Informationen rund um das Spektakel gibt es in unserer Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
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07.06.2014 17:37Sportlich, sportlich - dieser Tänzer der Gruppe "Amasonia" stimmt sich und das Publikum schon mal auf die WM ein. Eindrücke von...

Eine Zahl, die die Initiatoren nicht nur freut, sondern auch vor Probleme stellt: Zusammen mit einem externen Berater wurde im September ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet. Und dessen Umsetzung kostet Geld. So werden einerseits deutlich mehr Sicherheitskräfte benötigt, um die Strecke zu überwachen, andererseits soll auch die Versorgung der Teilnehmer mit ausreichend Trinkwasser gewährleistet werden. „Durch die neuen Vorkehrungen fallen viele Stände am Rand der Strecke weg, um im Notfall Ausweichflächen für die Menschenmassen zu schaffen.” sagt Ebéné. Die fehlenden Einnahmen durch die Standgebühren fehlten später dann auch im Budget. Zusammen mit den stark gestiegenen Personalkosten liegt der offene Betrag laut Veranstalter dadurch bei 380 000 Euro.

Die größte Party der Stadt ist unterfinanziert

„2014 kostet die gesamte Veranstaltung 780 000 Euro“, erzählt Ebéné, „alleine für die Müllentsorgung am Pfingstsonntag durch die BSR werden 30 000 Euro fällig.“ Das Land Berlin gibt jährlich 270 000 Euro dazu. Dieses Geld kommt allerdings nicht aus dem Kulturhaushalt, sondern vom Büro der Integrationsbeauftragten. „Wir schmeißen hier die größte Party der Stadt und sind dabei chronisch unterfinanziert“ sagt Ebéné. Generell habe sich der Zuschuss seit dem Jahr 2006 nicht mehr erhöht, obwohl die Kosten deutlich gestiegen seien. Die Planungen sind nun in Verzug, im internen Schreiben der Veranstalter werden die Gruppen bereits aufgerufen, noch nicht in die Karnevalswagen zu investieren. Die Maßnahmenliste für den Karneval 2015 wurde der Integrationsbeauftragten laut Veranstalter im September übergeben, eine Rückmeldung sei trotz „mehrmaliger Fristsetzung“ nicht erfolgt.

Dabei ist die Verwaltung durchaus ziemlich unkompliziert und ohne Fristsetzung zu erreichen. Auf eine Anfrage des Tagesspiegel antwortet sie: „Die Integrationsbeauftragte des Senats wird sicherstellen, dass der Karneval der Kulturen 2015 stattfindet.“ Die Kosten für das Sicherheitskonzept sollen wohlwollend geprüft werden.

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