Kunstszene : Daniel Richter und Jonathan Meese vereint

Sie sind die Shooting-Stars der deutschen Kunstszene: Richter und Meese präsentieren zum ersten Mal ihre Werke gemeinsam. Sie seien "zwei Moorleichen, die schon ein bisschen zu lange die Gegenwart bevölkern", so Meese über die besondere Zusammenarbeit.

Meese
Jonathan Meese und Daniel Richter -Foto: dpa

HamburgUnter dem Titel "Der archäologische Schrecken" sind von Samstag an bis zum 25. Mai 2008 mehr als 100 Bilder und Objekte der beiden Künstler im Helms-Museum in Hamburg-Harburg zu sehen. Kernthemen der Ausstellung, die Anfang 2006 ihre Premiere im Kunsthaus Stade feierte, sind Archäologie, Tod und Erinnerung. Unter anderem geht es um das Leben und die sterblichen Überreste des Erzbischofs Gottfried von Arnsberg, dessen Grablege 1992 in Stade entdeckt und ausgegraben worden ist.

Der Stader Stadtarchäologe Andreas Schäfer ist ein guter Freund der beiden Künstler, deren Werke auf dem internationalen Kunstmarkt mittlerweile sechsstellige Beträge erzielen. Das Helms-Museum ist das Hamburger Landesmuseum für Archäologie und die letzte Station der Schau, die zuvor auch in Galerien und Kunstvereinen in Berlin, Freiburg und Rosenheim zu sehen war.

"Wir sind auch zwei goldene Skelette"

"Als Junge war ich in den Ahrensburger Wäldern unterwegs, um die goldene Lade zu finden. Dies und Ähnliches will ich jetzt mit Daniel Richter tun. Er ist mein Freund und Kumpel; wir gruben mit ähnlich stumpfen, wässrigen und verfetteten Werkzeugen nach Gold", sagte der 36-jährige Meese, der aus Ahrensburg bei Hamburg stammt. Er und Richter seien "zwei Moorleichen, die schon ein bisschen zu lange die Gegenwart bevölkern. Wir sind auch zwei goldene Skelette, Amphibien und Stallknechte und im Auftrag der guten Sache unterwegs." Richter (44), der aus Lütjenburg stammt, bezeichnete die Zusammenarbeit als "sehr anregend". "So ergänzten sich zwei, sagen wir mal, humorig-kritische Ansätze im Umgang mit der Geschichte."

In ihren Werken hinterfragen die beiden Künstler das gewohnte Geschichtsverständnis. "Die Peitsche der Erinnerung" heißt zum Beispiel eines der Bilder, das einen Totenkopf und eine Lederpeitsche zeigt. Ein anderes Kunstwerk besteht aus einem aufgeklebten Schädel eines Nagetieres mit dem Text: "Das Tier hat uns nichts mitzuteilen." (mpr/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben