Auszeichnung für "poetischen Witz" : Marion Poschmann erhält Berliner Literaturpreis

Die Schriftstellerin Marion Poschmann, die Gedichte und Romane schreibt, wird mit dem Berliner Literaturpreis ausgezeichnet - und bekommt eine Gastprofessur.

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Marion Poschmann
Marion PoschmannFoto: dpa

Die Berliner Schriftstellerin Marion Poschmann, 46, erhält den Berliner Literaturpreis. Das gab die Stiftung Preußische Seehandlung bekannt, die den Preis vergibt. Mit der Auszeichnung ist eine Berufung der Freien Universität Berlin auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik im Sommersemester 2018 verbunden. Der mit 30.000 Euro dotierte Berliner Literaturpreis ehrt Autoren, die - so heißt es in den Statuten - "einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" geleistet haben.

Hohe Sprachkraft

Die Gastprofessur am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft bietet ein Forum für Textarbeit mit Studierenden der Universitäten und Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Bisherige Preisträger waren unter anderem Herta Müller, Durs Grünbein, Rainald Goetz, Hans Joachim Schädlich und Ilma Rakusa. In ihrer Begründung für die Preisverleihung loben die Juroren Michael Gamper, Jutta Person, Stephan Wetzel, Thomas Wohlfahrt und Norbert Christian Wolf das Werk der Autorin, "das von hoher Sprachkraft und poetischem Witz geprägt" sei. "Ihr literarisches Schaffen umfasst Dichtung, Prosa und Essayistik und setzt in allen Bereichen eigenständige Akzente".

Die Helden von Poschmanns Romanen seien "allesamt Sonderlinge, denen sie distanziert sympathisierend begegnet, deren Skurrilität aber nie verraten wird". So eröffne die Schriftstellerin "Zugänge zu Zwischenwelten, wie sie sich in Begegnungen zwischen Menschen, verschiedenen Kulturen oder im Umgang mit Flora und Fauna ergeben". Auch in ihrer Lyrik habe sie die Beobachtung der Natur auf überraschende Weise erneuert: "Mit geradezu botanischem Blick durchleuchtet sie pflanzliche Anordnungen und erfasst deren mystisch-mythologisches Potenzial, das sie in Gartenkulturen, die auch Gesellschaftsbilder sind, wiederfindet".

Botanischer Blick

Der Berliner Literaturpreis soll am 14. Februar 2018 vom Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Michael Müller, im Berliner Rathaus verliehen werden. Der Präsident der Freien Universität, Peter-André Alt, wird die Berufung der Preisträgerin auf die Gastprofessur vornehmen. Die Laudatio hält Thomas Wohlfahrt, Direktor des Hauses für Poesie. Marion Poschmann kam 1969 in Essen zur Welt und wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Slawistik, zunächst in Bonn und ab 1992 in Berlin. Sie veröffentlichte bislang vier Gedichtbände und vier Romane. Vor kurzem erschien im Suhrkamp Verlag ihr Roman "Die Kieferninseln".

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