Bayreuther Festspiele : Kommt Netrebko oder nicht?

Die Operndiva Anna Netrebko hat Probleme mit Wagner, wegen der deutschen Sprache. Wird sie 2018 in Bayreuth trotzdem die Elsa singen? Netrebko sagt: Nein. Und dann wieder doch nicht.

Die russische Sopranistin Anna Netrebko, hier 2014 in Salzburg.
Die russische Sopranistin Anna Netrebko, hier 2014 in Salzburg.Foto: dpa

Immer Wirbel um Bayreuth: Die Aufregung um Andris Nelsons kurzfristige Absage für die diesjährige "Parsifal"-Premiere und um die verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf dem Grünen Hügel ist noch nicht verhallt, da gibt es schon das nächste Hin und Her, dessen Hintergründe unklar sind, wie bei Nelsons. Opern-Diva Anna Netrebko ist als Elsa im „Lohengrin“ bei den Richard-Wagner-Festspielen im Gespräch, laut Festspielleitung jedenfalls, in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" klingt Netrebko allerdings anders. Der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich, betonte am Dienstag, dass Verhandlungen mit Netrebko über einen Auftritt als Elsa im Jahr 2018 nach wie vor laufen. „Da ist man noch mittendrin“, sagte Emmerich. „Die sind nach wie vor nicht abgebrochen.“

In einem FAS-Interview hatte die 44-Jährige auf eine diesbezügliche Frage jedoch etwas widersprüchlich gesagt: „Nein. Das heißt, wir sind noch im Gespräch.“ Wie der „Nordbayerische Kurier“ und der „Münchner Merkur“ berichteten, fiel die Antwort in der Online-Ausgabe der FAZ noch deutlicher aus: „Das ist Gossip.“ Inzwischen ist auch online die Print-Version zu finden. Zur Erklärung gab die russische Starsopranistin Netrebko im Interview an, sie könne „keinen deutschen Text memorieren“. „Mein Gehirn ist vielleicht doch zu russisch organisiert, es ist dazu einfach nicht in der Lage. Französisch, Italienisch, das kann ich alles singen, aber deutsche Texte sind zu schwer für mich.“ Für ihren Auftritt als Elsa in einer Dresdner Inszenierung habe sie einen Teleprompter bekommen. Staatskapellen-Dirigent Christian Thielemann habe ihr "eingebläut, dass es auf die Worte ankommt. Er sagte, er wolle keine musikalischen Linien von mir hören, er wolle Tttexssssttt hören! Vokale! Konsonanten! Elsa war wirklich hart. Jetzt singe ich erst einmal Puccini.“
Die Bayreuther Festspielchefin Katharina Wagner betonte im „Nordbayerischen Kurier“, dass es bislang keinen Vorvertrag mit Netrebko gegeben habe. Es seien auch keine Verhandlungen geführt worden, nur Gespräche - und die liefen weiter. „Anna Netrebko hat sich absolut korrekt verhalten. Und von Anfang an hatte sie gesagt, dass sie auch erst einmal Dresden abwarten und schauen will, wie ihr die Rolle liegt. Das ist doch legitim.“ dpa/Tsp

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