Berlinale Forum: "Tiere" : Silberfisch trifft Seefrosch

Birgit Minichmayr und Philip Hochmair bekommen es in "Tiere" im Berlinale Forum mit unterschiedlichen Realitäten und sprechenden Tieren zu tun.

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Schlachtschaf. Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair erleben Seltsames.
Schlachtschaf. Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair erleben Seltsames.Foto: Tellfilm, Andreas Seibert

Eine Fahrt durch’s Gebirge, ein offenes Cabrio, ein gemeinsames Spiel. Wer kann mehr Tiere nach den Buchstaben des Alphabets aufzählen? Nick bestimmt das „S“, und schon leiert Anna los: „Silberfisch, Seefrosch, Sperber, Schaf“. Ein mächtiger Rumms, ein spitzer Schrei, das Auto rauscht in ein Schaf und kommt von der Straße ab. Nick steht verdattert am Wegesrand, der Rettungsdienst transportiert Anna auf einer Krankenliege ab. Von Stund an trägt sie einen Kopfverband. Bald wird klar, dass offenbar nicht nur die Kopfhaut etwas abbekommen hat. Nicht lange, und die Kinderbuchautorin begegnet einer Katze, die sie womöglich selber herbeifantasiert hat. Das Tier ist wissend, menschlich und spricht.

Mischa soll auf Annas und Nicks Wiener Wohnung aufpassen, während die in der Schweiz Ferien machen. Andrea, die über dem Paar wohnt, springt aus dem Fenster. Sie hat eine Affäre mit Nick. Andrea sieht genau wie Mischa aus, beide tragen einen roten Unterrock. Und dann ist da noch dieser Kopfverband...

Greg Zglinskis mit Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair hochkarätig besetztes Vexierspiel der Realitäten und Linearitäten ist eine Mischung aus Psychodrama und Mysterythriller. Der Unfall, der Fenstersturz, sie spielen sich gleich mehrfach ab, aus unterschiedlicher Perspektive erzählt. Die Frage, was Sein ist und was Schein, entwickelt gelegentlich einen surrealen Reiz. Trotzdem bleibt der Film eine blutleere Kopfgeburt. Da hilft auch das fortwährend Bedrohung suggerierende Sounddesign nicht. Zumal das Motiv, eine Frau glaubt, den Verstand zu verlieren, während sie argwöhnt, dass ihr Mann eine Affäre hat, nicht gerade zu den originellsten filmischen Versuchsanordnungen gehört.

15.2., 13.45 Uhr (Cinestar 8), 16.2., 18.30 Uhr (City Kino Wedding), 20 Uhr (Cubix), 18.2., 16.30 Uhr (Cinestar 8)

tellfilm, Andreas Seibert

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