Kultur : Berliner Jazzfest: Schwede für Berlin

Kai Müller

Zum neuen künstlerischen Leiter des Berliner Jazzfests ist Nils Landgren berufen worden. Der seit Jahresbeginn amtierende Festspiel-Chef Joachim Sartorius wird dem schwedischen Posaunisten einen Einjahresvertrag anbieten, so dass er die Nachfolge des zum letzten Jazzfest ausgeschiedenen Albert Mangelsdorffs antritt. Dem Vernehmen nach hat der Programmbeirat der ARD, der das Festival zum überwiegenden Teil finanziert, die Wahl Landgrens begrüßt.

Mit der Ausrichtung des im November 2001 stattfindenden Jazzfests will Sartorius auch dessen konzeptionelle Gestaltung erneuern. So wird die Freie Volksbühne zum Hauptveranstaltungsort. Darüberhinaus wird erwogen, eine Veranstaltungsachse entlang der Fasanenstraße zu installieren und das Literaturhaus, das Haus der Jüdischen Gemeinde sowie das Quasimodo für kleinere Konzerte zu gewinnen. Damit würde die seit Jahren bemängelte fehlende Anbindung des Jazzfests an die Clubszene der Stadt aufgebrochen. Der 1956 geborene Landgren gilt als exzellenter und vielseitiger Instrumentalist, zu dessen µuvre nach eigenem Bekunden über 500 Einspielungen gehören - unter anderem mit Stars wie ABBA, den Crusaders, Randy Crawford und Herbie Hancock. Seit 1998 ist er Mitglied der NDR-Bigband. Seine eigene Formation Funk Unit zählt zu den populärsten und einfallsreichsten Fusion-Bands der letzten Jahre. Sie spielte mit Musikern wie Marceo Parker, Roy Hargrowe, Don Alias und Fred Wesley zusammen und wird von Bruce Swedien, dem Toningenieur Michael Jacksons und Quincy Jones, abgemischt. Die musikalische Bandbreite Landgrens, die von skandinavischer Volksmusik über Modern Jazz bis zur Rockmusik reicht, könnte dem zuletzt in die Kritik geratenen Jazzfest neuen Auftrieb verleihen.

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