Bestsellerverfilmung : Zeitreise mit Gwendolyn

Mit Zaubertricks und "Twilight"-Atmosphäre: Die Verfilmung von Kerstin Giers Bestsellerroman "Saphirblau"

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Jannis Niewöhner als Gideon und Maria Ehrich als Gwen in "Saphirblau". Der Film läuft in 16 Berliner Kinos.
Jannis Niewöhner als Gideon und Maria Ehrich als Gwen in "Saphirblau". Der Film läuft in 16 Berliner Kinos.Foto: dpa/Concorde

Ein Erfolgsfilm verlangt nach einer Fortsetzung – basiert er auf einer Romantrilogie, um so besser, die Geschichte ist ja schon da. Was aber, wenn der Erfolg eher passabel ausfiel? „Rubinrot“, die Adaption des in 29 Sprachen übersetzten Bestsellers von Kerstin Gier, hat letzten Sommer rund 400.000 Zuschauer angelockt - genug, um das Projekt weiterzuführen, und zu wenig, um in Sachen Schauwerten draufzusatteln, wie das bei Fortsetzungen üblich ist. „Saphirblau“ ist gegenüber „Rubinrot“ leider nur dasselbe in Grün. Pardon, in Blau. Grün wird erst der dritte Teil, „Smaragdgrün“, vorausgesetzt, Nummer drei der Gier’schen Farbenlehre ist im Kino noch drin.

n ihrer Trilogie erzählt Kerstin Gier die Liebesgeschichte von Gwendolyn und Gideon, die mit Hilfe eines „Chronographen“ durch die Zeit reisen können. Wie bei „Harry Potter“ gibt es in der Verfilmung von Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde jede Menge Internatsintrigen, Zaubertricks und böse Mächte, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, und für „Twilight“-Stimmung und ein wenig Geschichtsunterricht fürs jugendliche Publikum ist ebenfalls gesorgt.

In der ersten Szene etwa, 1609 in London, beobachtet Gwendolyn einen Mann beim Schreiben. Das ist William Shakespeare“, erklärt sie ihren Freunden, „er arbeitet bestimmt an ,Romeo und Julia’“. Bisschen blöd nur, dass das Werk 1597 veröffentlicht wurde.

Als Gwendolyn fordert, „wir müssen nach 1912“, hätte das eine - abgesagte – Reise mit der „Titanic“ hergeben können, aber auch zu 1783, 1950 und 1955 fällt den Machern nichts Originelles ein. Immerhin Hauptdarstellerin Maria Ehrich setzt gewisse Lichtpunkte und steht zumindest für den Anschein dramaturgischer Geschlossenheit.

In 16 Berliner Kinos

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