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Reaktionen : Stimmen zum Tod von Peter Zadek

30.07.2009 16:41 Uhr

Was Kollegen und Weggefährten zum Tod des großen deutschen Regisseurs Peter Zadek sagen.

Luc Bondy, Regisseur


„Peter Zadek ist eine der größten Persönlichkeiten des Theaters. Er sagte und dachte immer überraschende Dinge aus einer immerwährenden Tiefe. Er fürchtete den Tod wie niemand: Da er an nichts – mehr – nach dem Ende glaubte, hat er intensiv gelebt und gefühlt.“

Gert Voss, Schauspieler
„Peter Zadek war der Leuchtturm meines Bühnenlebens. Er hat einen Schauspieler davon befreit, sich zu verstellen, und ihn dazu gebracht, sich zu enthüllen. So wie ein guter Musiker jeden falschen Ton sofort höre, hat Zadek sofort gemerkt, wenn sich ein Schauspieler verstellt.

Er hat einem alle Sicherheitsnetze weggenommen. Die Zusammenarbeit mit ihm ist wie eine große Reise gewesen, mit allen Aufs und Abs, nicht gemütlich, sondern aufregend – man brauchte sehr viel Mut.“

Ulrich Khuon, ab August Intendant des Deutschen Theaters Berlin
„Zadek war ein epochaler Theaterregisseur, der meine Generation von Theatermachern wesentlich geprägt hat. Er hat in den 1960er und 1970er Jahren eine bis dahin nicht vorstellbare anarchistische Energie, die gleichzeitig sinnlich und durchdacht war, ins Theater gebracht. Sein ,Lear’, sein ,Hamlet’, sein ,Kaufmann von Venedig’ haben für uns das Theater quasi neu erschaffen. Das hatte Leichtigkeit, war nie schwer, aber dennoch tiefgehend. Wir verlieren eine große Kraft.“

Jürgen Flimm, Intendant und Leiter der Salzburger Festspiele
„Er hat das Theater in einer Weise revolutioniert, wie man es sich in den verschlafenen 1950er Jahren kaum denken konnte. Mit seiner Radikalität und seiner unermüdlich frischen Sicht auf alte und neue Texte ist er immer ein großes Vorbild gewesen. Es ist ein schreckliches Jahr.“

Friedrich Schirmer, Intendant des Hamburger Schauspielhauses
„Der Name Peter Zadek ist untrennbar mit Deutschlands größter Sprechbühne verbunden. Er leitete das Deutsche Schauspielhaus von 1985 bis 1989 und hat dem Haus Sternstunden beschert, mit seinen Inszenierungen von ,Othello’, ,Andi’, ,Wintermärchen’ und ,Lulu’. Über die Stationen Ulm, Bremen und Hamburg hat er das Nachkriegstheater revolutioniert wie kein zweiter Regisseur.“

Tom Stromberg, Intendant und Mitbegründer der freien Theaterproduktion
„Zadek war jemand, der immer unabdingbare Qualität gefordert hat. Er wollte immer das Beste und Perfekte. Er hat immer gesagt, wenn ich nicht mehr inszenieren kann, dann möchte ich lieber sterben. Für Wien wollte er noch eine Oper vorbereiten. Ich könnte mir vorstellen, dass bei dem Gedanken, dass die Kraft nicht mehr reicht, um zu inszenieren, er dann vielleicht einfach gesagt hat, dann lasse ich es lieber.“

Nikolaus Bachler, Intendant der Bayerischen Staatsoper
„Peter Zadek hat das deutsche Theater befreit. Er war der anarchistischste Regisseur, der das Theater in Deutschland von allem Didaktischen, Ideologischen befreit hat. Und er hatte sicherlich die schönste Theaterfamilie mit seinen Schauspielern.“

Dieter Dorn, Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels
„Es ist erst wenige Wochen her, dass wir wieder einmal über ein gemeinsames Projekt für München gesprochen haben. Ich trauere um einen großen Kollegen und Freund.“

Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste
„Mit Zadek, der der Akademie seit 1991 angehörte, verliert das europäische Theater einen seiner innovativsten und fantasievollsten Regisseure. Er war uns beispielhaft in seinem kritischen, politischen Engagement, gespeist aus seinem jüdischen Emigrantenschicksal. Diese seine Wachsamkeit, seine Sensibilität für Kommendes, kurz, seinen politischen Instinkt und seine Liebe zum Menschen werden wir sehr vermissen.“

Kulturstaatsminister Bernd Neumann
„Wie Shakespeare, in dessen Tradition er sich sah, gelang es Zadek, populäres Theater mit hohem intellektuellem Anspruch zu verbinden. Dabei kombinierte Zadek mit Vorliebe vermeintlich Gegensätzliches: Seine Inszenierungen zeichneten sich durch abgründigen Humor und bitteren Ernst aus, sie konnten rasant, grell und plakativ sein, aber auch leise, poetisch und empfindsam.“

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