„Fight Club 2“ : Der Kampf geht weiter

Chuck Palahniuk setzt seine Kultstory „Fight Club“ als Comic fort. Das Ergebnis ist schön anzusehen, reicht jedoch kaum an die Vorlage heran.

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Kraftvoll-blutig. Eine der von Cameron Stewart gezeichneten Seiten.
Kraftvoll-blutig. Eine der von Cameron Stewart gezeichneten Seiten.Foto: Splitter

Zehn Jahre sind nach den Geschehnissen des Romans/Films „Fight Club“ vergangen. Der namenlose Protagonist lebt inzwischen unter dem Pseudonym Sebastian - Psychopharmaka sei Dank - ein bürgerliches Leben mit Frau und Kind. "Das ist die Folge davon, wenn man Sportficken betreibt ...", kommentiert er das Familienidyll sarkastisch.

Ehefrau Marla, die sich immer noch bei Selbsthilfegruppen einschleicht, langweilt sich ebenfalls. Als ihr Mann noch an seiner gespaltenen Persönlichkeit litt und als Tyler Durden mit seinem Projekt Chaos an der Apokalypse werkelte, fand sie das Leben aufregender. Also setzt sie ihrem Mann heimlich die Pillen ab. Kurz darauf ist Durden ist zurück. Und mit ihm die Probleme. Es dauert nicht lange, dann ist Marlas und Sebastians Sohn entführt - von Tyler.

Auch der IS spielt jetzt eine Rolle

Mit „Fight Club 2“ setzt Chuck Palahniuk seine Kultstory seit Mai 2015 beim Verlag Dark Horse als Comic fort. Jetzt sind die ersten fünf von insgesamt zehn Heften auch auf Deutsch in einem Sammelband erschienen.

Die Kraft der Vorlage, die 1999 von David Fincher mit Edward Norton, Brad Pitt und Helena Bonham Carter verfilmt wurde, erreicht die Fortsetzung jedoch nur selten. Es gibt reichlich Zitate und Anspielungen auf Vergangenes, mit vielem wird der Leser jedoch alleine gelassen, weswegen es etwas unnötig mühsam wird, sich die Geschichte zusammenzupuzzeln. Auch hat Palahniuk viele Ideen, dreht sie aber oft ins Absurde: So herrscht Tyler inzwischen über ein weltweites Terrornetzwerk und inszeniert IS-Attentate, in einer anderen Szene taucht der Autor selbst in seiner eigenen Geschichte auf.

Fortsetzung folgt: Das Cover der deutschen Ausgabe des ersten Sammelbandes.
Fortsetzung folgt: Das Cover der deutschen Ausgabe des ersten Sammelbandes.Foto: Splitter

Schön anzusehen sind jedoch die Zeichnungen von Cameron Stewart, die verspielt und trotzdem kraftvoll-blutig daherkommen. Manche visuelle Spielerei, wie etwa die über die Panels gephotoshopten Pillen, ist aber auch hier eher zu viel als zu wenig des Guten.

Chuck Palahniuk & Cameron Stewart: Fight Club 2 - Band 1 Splitter, 144 Seiten, 22,80 Euro

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