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Leseraktion : Die besten Comics des Jahres - die Leserfavoriten

10.12.2012 16:21 Uhrvon
Ein guter Jahrgang: Einige der vielen Titel, die unsere Leser in diesem Jahr begeisterten. Foto: lvtBild vergrößern
Ein guter Jahrgang: Einige der vielen Titel, die unsere Leser in diesem Jahr begeisterten. - Foto: lvt

UpdateSo viele Einsendungen wie zur laufenden Suche des Tagesspiegels nach den herausragenden Comics 2012 haben uns selten zuvor erreicht. Hier eine aktualisierte Auswahl der Antworten.

Angesichts der nicht nachlassenden Flut an herausragenden Comics fällt vielen Lesern die Auswahl zunehmend schwer. Der Tagesspiegel kürt deshalb in Kürze die besten Comics des Jahres 2012. Das geschieht zum einen durch die Auswahl einer Fachjury. Dieser gehören folgende Comicexperten an: Anne Delseit (AnimaniA, Comix u.a.), Lutz Göllner (zitty), Volker Hamann (Reddition), Matthias Hofmann (Alfonz), Martin Jurgeit (Comixene), Stefan Pannor (Spiegel Online u.a.), Frauke Pfeiffer (Comicgate), Andreas Platthaus (FAZ) und Lars von Törne (Tagesspiegel). Die Ergebnisse der Jury-Wahl werden in Kürze auf den Tagesspiegel-Comicseiten veröffentlicht.

Darüber hinaus waren auch unsere Leserinnen und Leser aufgerufen, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Unter den Teilnehmern verlosen wir mehrere Buchpreise - die Gewinner werden in Kürze benachrichtigt.

Hier eine aktualisierte Auswahl der Einsendungen:

Großer Wurf: Eine Szene aus "Große Fragen". PromoBild vergrößern
Großer Wurf: Eine Szene aus "Große Fragen". - Promo

Wären bei der Kür des besten Comics 2012 auch fremdsprachige Publikationen zugelassen wäre dies wahrscheinlich ein weitaus engeres Rennen, hauptgründlich da es trotz starker Konkurrenz schwierig wäre ein so größenwahnsinniges und gleichzeitig wunderschön gestaltetes Projekt wie Chris Wares "Building Stories", welches inhaltlich sogar das vielfach preisgekrönte Vorwerk "Jimmy Corrigan - The Smartest Kid on Earth" hinter sich lässt, nicht auszuzeichnen. Da wir uns dank mangelnder Übersetzung aber nicht mit dieser Problematik herumschlagen müssen, konzentrieren wir uns auf den deutschsprachigen Markt, für den es ein nicht minder bereicherndes Jahr war, sowohl mit deutschsprachigen Eigenproduktionen wie Nicolas Mahlers "Alte Meister" als auch ausländische Übersetzungen wie Christopher Blains und Abel Lanzacs "Quai d'Orsay" oder auch Manu Larcenets "Blast 1: Masse". Trotz starker Konkurrent gab gab es jedoch dieses Jahr eine Veröffentlichung, die in Bezug auf Innovationskraft mit grossem Abstand alle anderen Publikationen in den Schatten stellt: Die Rede ist von dem im Atrium Verlag erschienenem Buch "Große Fragen" von Anders Nilsen, einem knapp 600 Seiten starkem Werk, welches 15 Jahre in der Entstehung war, und dem es bisher leider noch nicht vergönnt war, abseits der Presse eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Nur selten trifft man auf Werke, welche nicht nur qualitativ überzeugen, sondern auch gleichzeitig durch ihre Einzigartigkeit neue Wege in ihrem Medium ebnen: Joe Sacco schaffte dies durch die Etablierung des Comicjournalismus in seinem "Palästina", Scott McCloud mit der Analyse des eigenen Mediums in "Comics richtig lesen" und David Mazzucchelli in "Asterios Polyp" durch seine meisterhafte innovative Verspieltheit mit Form und Struktur des Comics. Anders Nilsen schafft dies durch die schiere Einzigartigkeit der Welt, in die er uns entführt, eine Welt bevölkert von philosophierenden Vögeln, gestrandeten Piloten und weiteren surrealen Vorkommnissen. Er zeigt uns eine Welt, die allenfalls an Samuel Beckett erinnert, bevölkert von Figuren die einzig und alleine damit beschäftigt sind sich und ihre Umgebung zu verstehen, sich in ihrer Welt zurechtzufinden, ihren Platz zu behaupten, zu verstehen was wann wieso passiert. Es ist eine Welt ohne Erklärungen aber voller Vermutungen, eine Welt des Momentes, des Augenblickes und der unmittelbaren Aktion. Anders Nilsen lässt sich darauf ein und genau dies ist auch die große Stärke des Buches, der Mut den Augenblick über Seiten andauern zu lassen, sich auf Abfolgen von Momenten, einzelnen Gefühlen oder Handlungen zu beschränken. Dies erzeugt einen Leserhythmus, der einen sogartig erfasst und zwingt zu verweilen, sich von Augenblick zu Augenblick weiter voranzutasten. Das Verweilen fällt umso leichter, da Anders Nilsen zusätzlich ein herausragender Zeichner ist, der intelligent reduziert, selbstbewusst seine Linien setzt und zudem ein hervorragendes Verständnis für Komposition und Raum mitbringt. Er vollbringt es eine Welt zu erschaffen in der man sich verlieren kann (auch durch den schieren Umfang), die offen wirkt aber in sich auch wieder abgeschlossen ist. Er zeichnet Figuren die einem berühren, Situationen die brüllend komisch sind und Konflikte die trotz des surrealen Settings nichts von ihrer Lebensnähe verlieren. Über allem steht die Erkenntnis das jegliche Erkenntnis beschränkt ist, und das absolute Erklärungen der "Großen Fragen" auch weiterhin nichts weiter als mehr oder minder intelligente Vermutungen bleiben werden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Anders Nilsen mit diesem Buch ein Geniestreich ohnegleichen gelungen ist, und dass er schon heute ohne Weiteres zu den ganz Großen des Comicbetriebes gezählt werden kann.
Meikel Mathias

Mein Favorit ist „Sweet Tooth“ (Band 2: Gefangen) (Jeff Lemire) , weil seine Bilder verwirren, berühren, amüsieren.
Dirk Speckmann

Ich votiere für "Bericht aus Russland" des italienischen Comiczeichners Igort. Es handelt sich um einen Kenner, der Russland, die Ukraine und Sibirien selbst bereist hat und darüber bereits veröffentlicht ("Berichte aus der Ukraine"). In "Berichte aus Russland" geht es um den Tschetschenien-Krieg und Anna Politkowskaja, auf deren Spuren er sich begibt. Der Leser folgt ihm dabei und es lässt einen nicht kalt. Die Zeichnungen sind toll und plastisch, aber es sind vor allem die Sätze, die im Gedächtnis bleiben. Ganz lakonisch. Zum Beispiel: "Mit 48 für die Wahrheit sterben. So etwas geschieht heute in Russland. Sterben, weil man unbequeme Tatsachen veröffentlicht". So ein Buch legt man nicht aus der Hand!!
Anne Bettina Koerner 

Mein Favorit ist „Katastropolis“ von Rudolph Perez. Es ist für mich ein wunderbar doppelbödiger schräger Spiegel unserer Zeit mit ihrem allgegenwärtigen Alarmismus. Das Leben hinter/unter der Staumauer, die jederzeit zu bersten droht... Was bringt die Untergangs-/Wahnsinns-Sucht des 3. Jahrtausends treffender auf den Punkt?!
Uwe Spoerl

Für jemanden, der in seinem Leben noch nie eine Rezension geschrieben hat, ist es schwer etwas zu beschreiben, was man eigentlich selber gelesen haben muss. „Krepier oder stirb“, der Endzeit-Comic von Bela Sobottke, ist nicht nur ein Comic, sondern spiegelt auch das „Western-Leben“ in einer Stadt wie Berlin wieder. Wie immer in seinen Comics, hat Bela Sobottke jedes Detail seiner „Kunstwerke“ genau recherchiert und in Form von amüsanten und facettenreichen Zeichnungen umgesetzt. „Krepier oder Stirb“ ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein Comic zum Abschalten und Genießen. Lasst Euch wieder einmal in die Welt des Westerns entführen. Noch in jedem seiner Comics hat Bela Sobottke einen drauf gesetzt bis zu diesem: hier waren’s gleich zwei!
Nicolai van de Bergh

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