Dänische Biennale : Netzwerker und andere Tiere

Die Socle-du-Monde-Biennale in Herning ist die älteste Biennale Dänemarks. Sie versteht sich als Hommage an Zero, 2017 mit dabei ist Tomás Saraceno.

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Tomás Saraceno
Tomás Saraceno in seiner Werkstatt in Berlin.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Wenn 2017 das dänische Aarhus Europäische Kulturhauptstadt wird, dann legt sich auch die Socle-du-Monde-Biennale in dem eine Autostunde entfernten Ort Herning ins Zeug. Die älteste Biennale Dänemarks hat ihren Namen von einem Werk, das der italienische Zero-Künstler Piero Manzoni 1961 bei einem Aufenthalt auf Einladung des Textilfabrikanten Aage Damgaard schuf: ein simpler steinerner Kubus, dessen französische Inschrift „Sockel der Welt“ auf dem Kopf steht und damit gewissermaßen die Welt trägt.

Als Hommage an Manzoni und Zero versteht sich auch die siebte Biennale unter dem Titel „To challenge the Earth, the Moon, the Sun & the Stars“. Sie will herausfinden, was Zero heute noch bedeutet, warum junge Künstler wieder an die 60er-Jahre-Bewegung anknüpfen.

Lebendige Spinnen als "Modell-Bauer"

Tomás Saraceno ist einer von ihnen, er nimmt ab 22. April an der Biennale teil. In seinem Atelier in der Rummelsburger Bucht, wo er in einem ehemaligen Fabrikgebäude seine begehbaren Luftblasen und Netze entwickelt, außerdem lebendige Spinnen als „Modell-Bauer“ hält, präsentierte jetzt das dänische Biennale-Team sein Konzept. Ihr Kopf ist der Direktor der internationalen Zero-Foundation Mattijs Visser, der 2015 im Gropius-Bau eine große Zero-Ausstellung präsentierte.

Ein Thema wird der Austausch unter Künstlern, das Teilen von Ideen, das Bilden von Netzwerken sein, wofür Zero einst stand. So werden die Eier von Koen Vanmechelens Hühnern, ein Nebenprodukt seines Projektes „Biomista“, bei den Koch-Events von Rirkrit Tiravanija Verwendung finden. Die Biennale-Besucher könnten wiederum Fahrgemeinschaften von Aarhus nach Herning bilden.

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