Kultur : Der Kinoriese: Hollywoodmogul Jack Valenti ist tot

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Seinen letzten Kampf hat er verloren. 2003 hatte Jack Valenti als Vorsitzender des US-Filmverbands Motion Picture Association of America (MPAA) versucht, den Versand von Sichtungs-DVDs vor Preisverleihungen untersagen zu lassen. Der 1922 gegründeten MPAA gehören derzeit die sechs größten Hollywoodstudios an. Erst nach einem Gerichtsprozess, den unabhängige Filmverleiher gegen diesen „screening ban“ angestrengt hatten, musste die MPAA das Verbot aufheben. Valenti gab 2004 nach 38-jähriger Tätigkeit seinen Posten auf. Seinen Kampf gegen Videopiraterie führte er weiter.

Jack Valenti, überzeugter Konservativer und scharfzüngiger Kämpfer für den Film, war über Jahrzehnte hinweg einer der mächtigsten Männer Hollywoods. Mit seinen glänzenden Kontakten zur Politik galt er als einer der einflussreichsten Lobbyisten der US-Unterhaltungsindustrie. In den siebziger Jahren führte er die noch heute gültige Regelung von Altersfreigaben für Filme in den US-Kinos ein. „Er war der beste Botschafter, den Hollywood je hatte“, sagte US-Regisseur Steven Spielberg über ihn. Kirk Douglas würdigte seinen „besten Freund für über 45 Jahre“ so: „Er war ein Riese im Filmgeschäft und seine Verdienste sind legendär“.

Vor seinem Wechsel nach Hollywood hatte der gebürtige Texaner Valenti in der Politik Karriere gemacht. So organisierte er 1952 den Präsidentschaftswahlkampf von Dwight D. Eisenhower in Texas. Am 22. November 1963 war er für die Pressebetreuung bei John F. Kennedys Besuch in Dallas zuständig. Er saß im sechsten Auto hinter der Limousine des Präsidenten, als die tödlichen Schüsse fielen. Dem Nachfolger Johnson stand er als persönlicher Referent und engster Vertrauter zu Seite. Am Donnerstag ist Jack Valenti mit 85 Jahren in seinem Haus in Washington gestorben. Seit einem Schlaganfall im März war er schwer krank gewesen und erst am Dienstag aus dem Krankhaus in Baltimore entlassen worden. til

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