Deutsch-skandinavische Jugend-Philharmonie : Nordische La-Ola-Wellen

Für jung und alt: Andreas Peer Kähler lädt mit der deutsch-skandinavischen Jugend-Philharmonie zum Familienkonzert - mit zwei prominenten Jubilaren.

Tomasz Kurianowicz

Zuerst befinden sich auf der Bühne des Kammermusiksaals bloß ein Schuh und eine Hose. Dann erscheint Andreas Peer Kähler, der Dirigent der deutsch-skandinavischen Jugend-Philharmonie, der zum Familienkonzert geladen hat. In den Sitzreihen rund um die Bühne warten zahlreiche Kinder gespannt darauf, zu erfahren, was es mit den Kleidungsstücken auf sich hat. Ein kleiner Junge wird von Kähler auf die Bühne geholt und entdeckt im Schuh ein Glas Marmelade und in der Hose eine Aprikose.

Klingelt’s? Jemand muss wohl Geburtstag haben. Dann kommen ein Bläserquintett aus dem schwedischen Malmö und ein Streichquartett aus dem finnischen Oulo durch die Türen, die zusammen ein Geburtstagsständchen bringen. Kähler klärt auf: Die Komponisten Jean Sibelius und Carl Nielsen wären dieses Jahr 150 Jahre alt geworden. Um das zu feiern, erklingt erst Nielsens Quintett für Holzbläser und dann Sibelius’ Streichquartett „Voces Intimae“.

Andreas Peer Kähler pflegt nordische Klangkunst

Aber damit nicht genug. Andreas Peer Kähler, der seit 1982 die Deutsch-skandinavische Jugend-Philharmonie leitet, um in Berlin nordische Klangkunst zu pflegen, verspricht noch mehr Geburtstagsständchen. Erst wird ein Posaunist durch den Saal geschickt, dem alle Kinder wie dem Rattenfänger von Hameln hinterherlaufen. Währenddessen kommen immer mehr Musiker auf die Bühne. Insgesamt 90 junge Künstler hat Kähler dieses Jahr nach Berlin geholt. Sie spielen zum Einstand ein selbst komponiertes Stück mit viel Bläseranteil, um sich lautstark bemerkbar zu machen. Dazu wird mit den Füßen gewackelt und zum Takt aufgesprungen. Diese Energie ist dermaßen ansteckend, dass sich im Publikum La-Ola-Wellen bilden. Jetzt präsentiert Kähler den Kindern die einzelnen Instrumente und holt einige Jungen und Mädchen auf die Bühne, um sie die Musik hautnah erleben zu lassen.

Doch ohne ein großes Finale verlässt hier niemand den Saal: Kähler dirigiert den Abschlussteil von Sibelius’ Erster Sinfonie, um den Appetit für das Abschlusskonzert anzuregen. Nun kommt die ganze Kraft des Orchesterapparats zum Einsatz. Und man merkt den jungen Musikern buchstäblich an, wie viel Freude ihnen das Musizieren macht. Das ist so mitreißend, dass manch ein Besucher auf die Bühne krabbelt und mitmachen möchte. Spätestens jetzt sind hier alle Feuer und Flamme für die beiden nordischen Geburtstagskinder. Und für deren Musik.

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