Erinnerungen an David Bowie : Einer für alle

David Bowie war Weltraumpilot, Expressionist, Stilikone – und schuf den Soundtrack einer Generation: Am Sonntag ist er gestorben. Erinnerungen an einen großen Künstler.

David Bowie auf dem "Aladdin Sane"-Cover.
David Bowie auf dem "Aladdin Sane"-Cover.Foto: Mauritius

Space Oddity (1969)

Bowies Karriereanfänge waren bescheiden: Mit Brian-Jones-Topfschnitt sah er 1967 genauso brav aus, wie seine Songs klangen. Nur zwei Jahre später betritt ein künftiger Superstar selbstbewusst die Bühne. „Space Oddity“, veröffentlicht zehn Tage vor den ersten Schritten eines Menschen auf dem Mond, ist nicht nur eine der bestgetimten Singles aller Zeiten.

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Trauer um David Bowie

Mit der melancholischen Erzählung über den Weltraumpiloten Major Tom, der in die Tiefen des Alls davondriftet („Here am I floating / Round my tin can / Far above the Moon / Planet Earth is blue / And there’s nothing I can do“), formuliert der 23-jährige Bowie eine perfekte Metapher jenes existenziellen Verlorenheitsgefühls, das ihn zeitlebens beschäftigen wird. Ich war ein Teenager, verloren in den Weiten der südniedersächsischen Provinz, als ich das Lied auf einem vom großen Bruder geerbten Bowie-Billigsampler immer wieder gehört habe. Ich verstand nicht jedes Wort, aber jedes Gefühl.

Thin White Duke: David Bowie
David Bowie 1976. Der britische Sänger lebte von 1976 bis 1978 in einer großen Altbauwohnung in Schöneberg.
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1 von 8Foto: AFP
19.05.2014 12:08David Bowie 1976. Der britische Sänger lebte von 1976 bis 1978 in einer großen Altbauwohnung in Schöneberg.

Und zum ersten, aber beileibe nicht letzten Mal schreibt Bowie eine Melodie, die man nie wieder vergisst. Eine, die auch dann noch toll klingt, wenn ein echter Astronaut sie zur gezupften Gitarre anstimmt, wie 2013 der Kanadier Chris Hadfield in der Raumstation ISS. Jörg Wunder