Film "American Ultra" : Kiffen und killen

Ein Totalversager wird zum Superagenten: Die Actionkomödie „American Ultra“ mit Jesse Eisenberg und Kristen Stewart.

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Jesse Eisenberg und Kristen Steward in "American Ultra". Foto: Concorde
Jesse Eisenberg und Kristen Steward in "American Ultra".Foto: Concorde

Eigentlich hat Kristen Stewart ihr „Twilight“-Image längst hinter sich. Schließlich konnte sie es in Olivier Assayas’ „Die Wolken von Sils Maria“ unangestrengt mit Juliette Binoche aufnehmen, und in „Still Alice“ musste sie sich selbst vor der oscargekürten Julianne Moore nicht verstecken. Trotzdem: Zumindest in Sachen Partnerwahl schienen sie noch Reste des Vampir-Verlobten-Stigmas zu plagen.

Nur so ist es zu erklären, dass sie sich in Nima Nourizadehs Actionkomödie „American Ultra“ ein durchweg verplantes Wesen antut – ein so ganz anderer Typ als der einstig omnipotente Blutsaugerprinz an ihrer Seite. Die zahlreichen Joints, die Mike (Jesse Eisenberg) sich Tag für Tag reinzieht, haben zu seiner mentalen Gesamtvernebelung geführt.

Aber die von ihr gespielte Phoebe liebt diesen glücklosen Kiffer, auch wenn der romantische Trip nach Hawaii wegen der Panikattacken des Lebensgefährten mal wieder entfällt. Doch das Schicksal wendet sich, als eine mysteriöse Frau mit Sonnenbrille und Trenchcoat vor ihm steht und ein kryptisches Gedicht aufsagt.

Dabei handelt es sich um einen Aktivierungscode, durch den der arglose Supermarktkassierer in einen versierten Geheimagenten verwandelt wird. Und schon schaut Mike staunend zu, wie er mit einem Kaffeebecher und einem Löffel mal eben zwei Profikiller erledigt.

Die Idee, einen verpeilten Totalversager zum Superagenten aufsteigen zu lassen, ist durchaus reizvoll. Zunächst wird der Kontrast zwischen drogenbedingter Dauerträgheit und Profikiller-Fertigkeiten noch recht unterhaltsam ausgemalt. Bald aber tritt der Film auf der Stelle – da wirken auch ein militärischer Großeinsatz der CIA, manche krude Killergestalten und allerhand blutige Gewaltakzente nur mehr wie dramaturgische Verzweiflungstaten. Und so entwickelt „American Ultra“ trotz seiner kompakten Laufzeit von 96 Minuten erstaunliche Längen, die sich wohl allenfalls unter dem Einfluss bewusstseinsdämpfender Substanzen aushalten lassen.

in zwölf Berliner Kinos

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