Filmregisseur Damiano Damiani gestorben : Der Anti-Mafioso

Berühmt wurde er mit der TV-Serie "Allein gegen die Mafia". Seine Leidenschaft aber galt dem Kino, mit Polit- und Genrefilmen. Jetzt ist der Regisseur Damiano Damiani 90-jährig in Rom gestorben.

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Er hatte ein alles überragendes, wahrhaft großes Lebensthema, am bekanntesten aber wurde er, der die großen Bilder liebte, am Ende mit dem kleinen Format. Die insgesamt über 15 Jahre laufende Fernsehserie „Allein gegen die Mafia“, deren erste Staffel er mit Michele Placido als Kommissar Cattani inszenierte, machte ihn international zum Star. In Deutschland lief sie 1984 im ZDF und wurde sogleich das, was man damals einen „Straßenfeger“ nannte.

Damiano Damiani, geboren 1922 im norditalienischen Friaul, bewegte sich als Drehbuchautor und Regisseur stets auch ästhetisch zwischen Kino und Fernsehen, zwischen politischer Reportage und Krimi-Genre. Den Anfang machten, nach einem Kunststudium in Mailand und der Mitarbeit an Dokumentarfilmen, an der Wende zu den siebziger Jahren seine erfolgreichen Mafiafilme „Der Tag der Eule“ nach einem Roman von Leonardo Sciascia und „Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert“: Darin profilierte sich Franco Nero jeweils in tapferen Gesetzeshüterrollen – ob als Polizist oder Staatsanwalt.

In den siebziger Jahren war Damiani quer durch die Genres extrem gefragt: So drehte er etwa „La noia“ nach dem Großstadtroman von Alberto Moravia und zahlreiche weitere Polizei- und Mafiafilme, bevor er – in einer Dino de Laurentiis-Produktion – mit dem Horrorfilm „Amityville 2" einen Ausflug ins US-Kino unternahm. 1987 machte er mit dem italienisch-tunesischen Bibel-Thriller „Die Untersuchung“ von sich reden: Darin war nunmehr der Tod Jesu Gegenstand einer nachgehenden, von Kaiser Tiberius ausgehenden kriminalistischen Recherche, mit Keith Carradine und Harvey Keitel in den Hauptrollen. Am Donnerstag ist Damiano Damiani 90-jährig in Rom gestorben. jal

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