Kultur : Herr Direktor

10.05.2010 02:00 Uhr
Foto: Sebastian Willnow/ddp Foto: ddp
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Ingo Schulz übernimmt Sektion Literatur der AdK

Der Schriftsteller Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, ist neuer Direktor der Sektion Literatur an der Akademie der Künste in Berlin. Er war bereits seit Mai letzten Jahres stellvertretender Direktor der Abteilung und tritt nun die Nachfolge von Volker Braun an, der das Amt in den vergangenen vier Jahren innehatte. Zu Schulzes Stellvertreterin wurde bei der Frühjahrs-Mitgliederversammlung der Akademie am Samstag die Berliner Autorin Katja Lange-Müller („Böse Schafe“) gewählt. Die gewählten Neuzugänge der momentan 384 Mitglieder in sechs Sektionen umfassenden Institution werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. In einer Erklärung der Mitgliederversammlung warnt die Akademie der Künste vor einem Erstarken rechter Bewegungen in Europa.

„Der Rechtspopulismus dringt europaweit immer häufiger in die Mitte der Gesellschaft vor. Rassistische und rechtsextreme Ideen und Taten sind keine Randerscheinung mehr“, heißt es darin. Auslöser waren die Wahlen in Ungarn, wo erstmals die rechtsextreme Partei Jobbik ins Parlament einzieht. Akademiepräsident Klaus Staeck appellierte an die kulturellen Eliten, sich nicht der politischen Verantwortung zu entziehen.  „Die Hochleistungskünstler und Turbointellektuellen (verhalten) sich nicht so viel anders als alle anderen Marktteilnehmer – herrscht doch so etwas wie eine geistige Wühltischatmosphäre“, sagte Staeck. „Bei schleichender Auflösung einst verbindlicher Maßstäbe und Begriffe gerät die Flucht aus der Verantwortung schnell zum Massentourismus.“ Staeck rief dazu auf, der „Auszehrung der Demokratie“ aktiv zu begegnen. Die Akademie bleibe der Aufklärung uneingeschränkt verpflichtet. „Wir sind keine kulturelle Wärmestube für alternde Künstler“, sagte er. „Wir wollen Lust auf Demokratie machen in unruhiger Zeit, in der ihre eigentliche Bewährungsprobe noch bevorsteht.“    Die Akademie feierte am Samstag in einer „Langen Nacht“ das 50-jährige Bestehen ihres Hauses am Hanseatenweg in Berlin. Tsp

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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