Israels Theaterlegende : Die Schauspielerin Orna Porat ist tot

Geboren als Irene Klein in Köln, wanderte sie 1947 nach Palästina aus und stand bis zum Ende ihres Lebens auf der Bühne: Nun ist Orna Porat mit 91 Jahren gestorben.

Alexandra Belopolsky
Damals, 1952. Orna Porat (rechts), daneben der Schauspieler Jossef Milo und Ministerpräsident David Ben-Gurion.
Damals, 1952. Orna Porat (rechts), daneben der Schauspieler Jossef Milo und Ministerpräsident David Ben-Gurion.Foto: Cameri Theater Archiv

Die deutsch-israelische Schauspielerin Orna Porat ist am Donnerstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Porat, in Israel eine Theaterlegende, wurde 1924 als Irene Klein in Köln geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliebte sie sich in einen aus Deutschland stammenden jüdischen Offizier der britischen Armee, wanderte mit ihm nach Palästina aus und konvertierte zum Judentum. 1948 ging sie ans Cameri Theater in Tel Aviv, wo sie bis zum Ende ihres Lebens arbeitete. 1965 gründete Porat ein Kindertheater, das bis 1970 aktiv war. Nach dessen Schließung gründete sie das Orna Porat Theater, bis heute das älteste israelische Repertoirtheater für Kinder und Jugendliche.
"Ich stehe unter Schock", sagte Noam Semel, Leiter des Cameri Theaters, der israelischen Webseite ynet. "Orna war eine großartige Schauspielerin. Alles, was ich sagen würde, würde ihren Beitrag und Hingabe an die israelische Kultur, das israelische Theater und Israel nur klein machen. Sie war eine Gigantin ihrer Generation und eine sehr bescheidene Frau." Ran Gueta, Chef des Orna Porat Theaters, sagte gegenüber israelischen Medien: "Es ist ein schwerer Abschied. Immer wenn wir uns trafen, konnte ich ihre Ausstrahlung und Leidenschaft sehen. Es war bewegend. Es war ihr wichtig, das Kindertheater in jeder Weise voran zu bringen, und sie glaubte, dass man Kultur schon im frühen Alter kennen lernen muss."

Porat wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Israel-Preis, der höchsten Auszeichnung des Landes für Leistungen in Kultur und Wissenschaft. Sie spielte unter anderem in George Bernard Shaws "Die heilige Johanna", Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Schillers "Maria Stuart", Garcia Lorcas "Bluthochzeit" und Friedrich Dürrenmatts "Besuch der alten Dame". Porat wird am heutigen Freitag beigesetzt. Ihr Sarg wird im am frühen Morgen im Cameri Theater ausgestellt, das auch der Bürgermeister von Tel Aviv, Ron Huldai, aus diesem Anlass besuchen wird. Sie wird in der Nähe von Jerusalem begraben werden.

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