• Brasilianisches Filmfestival: CineBrasil zeigt Filme, die selten den Weg auf die große Leinwand finden

Brasilianisches Filmfestival : Mit den Augen der Favela-Bewohner

CineBrasil im Babylon Mitte zeigt Filme, die selten den Weg auf die große Leinwand finden. Der von Favela-Bewohnern konzipierte, geschriebene und realisierte Film „5x Fafela, Agora Por Nós Mesmos“ ist das Ereignis des Dienstagabends.

Bruna Amaral
"5x Favela, Agora Por Nós Mesmos"
"5x Favela, Agora Por Nós Mesmos"Foto: Promo

Zum siebten Mal findet in Berlin das brasilianische Filmfestival CineBrasil statt. Bis Mittwoch (07.03) werden im Kino Babylon Mitte Filme präsentiert, die prämiert und von den Kritikern hoch gelobt wurden. Zu sehen sind Werke brasilianischer Regisseure die in Deutschland - und manchmal sogar selbst in Brasilien - kaum den Weg auf die große Leinwand finden. Festivalorganisator Sidney Martins ist sicher, dass die Filmauswahl das Publikum auch in diesem Jahr nicht enttäuschen wird. Sie sollen den Zuschauer erlauben „etwas tiefer über unser Brasilien nachzudenken“, sagt Martins.

Der Episodenfilm “5x Fafela, Agora Por Nós Mesmos” ist eins der Highlights dieses Jahres. „5x Favela“ wurde von den Favela-Bewohnern Rio de Janeiros und in den Filmstudios der Favela Vidigal in Rio gedreht. Das Filmteam bestand aus etwa 80 Jugendlichen der Gemeinde, die vorher in Workshops zu Drehbuch und Filmtechnik, für das Projekt ausgebildet wurden.

Der Film erzählt fünf verschiedene Geschichten aus dem Alltag der Favela-Bewohner. Die Episoden sind sowohl poetisch als auch fröhlich, ohne die alltägliche Gewalt auszublenden, der die Bewohner ausgesetzt sind und die sie zum Teil selbst auch verantworten. 5x Favela wurde 2010 beim Filmfestival in Cannes präsentiert. Der Film läuft am Dientag um 22 Uhr.

Im Programm vorher, um 20h, ist „Besouro“ von João Daniel Tikhomiroff zu sehen. Der Film erzählt das Leben eines Capoeiristas. Capoeira ist ein brasilianischer Kampftanz, der in der Kolonialzeit von Sklaven praktiziert und weiterentwickelt wurde. Dieses Werk zeigt wie der Titelheld Besouro mithilfe von Capoeira gegen die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung in Bahia kämpft. Auf diese Weise erfährt der Zuschauer einiges über die Geschichte, die Philosophie und die Mythologie des traditionsreichen Kampftanzes.

O Sol do Meio Dia (Mittagssonne)
O Sol do Meio Dia (Mittagssonne)Foto: Promo

Zum Abschluss wird am Mittwoch „O Sol do Meio-Dia“ (Mittagssonne) präsentiert. Der Film von Eliane Caffé wurde auf den Gewässern des Amazonas gedreht. Er erzählt das Beziehungsgeflecht dreier sehr unterschiedlicher Personen: Artur, ein sehr introvertierter Mann der ein Tat aus Leidenschaft beging und Matuim, Bootsbesitzer mit einer sehr direkten und anarchischen Art. Sie tun sich spontan für eine Bootsreise zusammen. Als die Reise abrupt beendet wird, sind sie gezwungen, zu Fuß weiter zu reisen. Dann treffen sie Ciara, die sich auch auf in Richtung Belém macht. „O Sol do Meio-Dia“  ist eine Geschichte über die Suche nach einem Neuanfang in der faszinierenden nördlichen Hauptstadt Brasiliens, Belém.
 

CineBrasil von heute bis Mittwoch in Kino Babylon-Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin, 030 24727-801, www.babylonberlin.de, Preis: 7 Euro


Programm

Dienstag (6.3)
20 Uhr Besouro, Jahr 2009, Digital, OmenglUT Saal 2
22 Uhr 5x Favela, Jahr 2010, Digital, OmenglUT Saal 2

Mittwoch (7.3)
20 Uhr  O Sol Do MeioDia (106min), Jahr 2009, Digital, OmenglUT Saal 3

Weitere Informationen: www.cinebrasil.info

Bruna Amaral arbeitet als Gastredakteurin neun Wochen lang für den Tagesspiegel. Sie stammt aus Porto Alegre und ist über das internationale Journalistenaustauschprogramm IJP nach Berlin gekommen. In ihrer Heimat Brasilien arbeitet sie in der Kulturredaktion der Tageszeitung Zero Hora in Porto Alegre.

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