Komische Oper Berlin : Das alles und noch viel mehr

Umjubelte Premieren, steil ansteigende Zuschauerzahlen: Die Komische Oper hat einen guten Lauf. Mit zehn Premieren in der Saison 2014/15 will Intendant Barrie Kosky diese Erfolgsstory fortschreiben.

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Barrie Kosky
Barrie KoskyFoto: Doris Spiekermann-Klaas

„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.“ Ja, Barrie Kosky könnte durchaus Goethes Theaterdirektor geben. Wie er bei der Spielplanpräsentation im Foyer der Komischen Oper steht, weißer Anzug, gepunktete, hellblaue Socken, Retro-Sneakers, ein echter Zampano, ein Menschenfischer, fühlt man sich ans Vorspiel zum „Faust“ erinnert. „Ich sag euch, gebt nur mehr und immer, immer mehr, so könnt ihr euch vom Ziele nie verirren“, spricht der Bühnenmann im Drama. Und so sagt es auch Kosky: Dank seiner Strategie der größtmöglichen Vielfalt hat er am Ende seiner ersten Saison den Ehrentitel „Opernhaus des Jahres“ ergattert. Die Auslastung ist explodiert, liegt seit September durchschnittlich bei 86 Prozent, was einer Steigerung um 20 Prozent in zwei Jahren entspricht. Und 2014/15 will er zehn Premieren stemmen. Das geht nur, so Kosky, weil alle 430 Mitarbeiter mit vollem Einsatz dabei sind.

„So schreitet in dem engen Bretterhaus den ganzen Kreis der Schöpfung aus“: Los geht’s mit Offenbachs „Die schöne Helene“, inszeniert von Kosky, mit Generalmusikdirektor Henrik Nánási am Pult. Für Kinder gibt es auf der großen Bühne eine Musiktheaterversion vom „Gespenst von Canterville“, der vom Intendanten als „wunderbar meschugge“ gelobte Herbert Fritsch führt im November Regie bei Mozarts „Don Giovanni“.

Um die Jahreswende sind zwei Operettenraritäten zu erleben, Emmerich Kálmáns „Arizona Lady“ konzertant mit Katharine Mehrling und szenisch Oscar Straus’ „Eine Frau, die weiß, was sie will“, von Kosky als Zweipersonenstück für Dagmar Manzel und Max Hopp bearbeitet.

Mit Schönbergs „Moses und Aron“ erfüllt sich Kosky einen seit 25 Jahren gehegten Traum. Als musikalischer Leiter kehrt dafür Vladimir Jurowski zurück an das Haus, an dem vor 18 Jahren seine Karriere begann. Calixto Bieito spannt Puccinis „Gianni Schicchi“ mit Bartóks „Blaubart“ zusammen, Konrad Junghänel dirigiert Händels „Giulio Cesare“ (Regie: Lydia Steier), die Gruppe Gob Squad bringt als Uraufführung die Roboter-Performance „My Square Lady“ heraus.

„Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn!“ Der Vorverkauf für die neue Saison beginnt am 28. März 2014.

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