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Kulturmanagement : Königin der Netze

Sieben fette Jahre: Amelie Deuflhard nimmt Abschied von den Sophiensälen.

Andreas Schäfer
Amelie Deufhard
"In Berlin kann man keine Skandale produzieren", Kulturmanagerin Amelie Deufhard. -Foto: Sophiensäle

BerlinNeulich lief eine Fernsehdokumentation über die Choreografin Sasha Waltz, in der man erleben konnte, wie alles angefangen hat mit den Sophiensälen, damals, in der Goldgräberzeit Mitte der Neunziger Jahre. Man sieht eine junge Frau in auffälliger Kleidung (Sasha Waltz), die entschlossen über Berliner Flohmärkte streift, bis sie ein Sofa gefunden hat, mit dem sie zufrieden ist. Dann sieht man einen jungen Mann (Jochen Sandig), der durch leerstehende Häusern in Berlin Mitte streift, bis er glücklich in einem Hinterhofsaal an der Sophienstraße steht, in dem der Putz sehr malerisch von der Decke rieselt. Dann sieht man, wie die beiden das Sofa in diesen Saal hinauftragen, und das war’s dann: In einem ehemaligen Handwerkervereinshaus, in dem Anfang des 20. Jahrhunderts Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg Vorträge gehalten hatten, waren 1996 die Sophiensäle geboren. Die Eröffnungsinszenierung „Allee der Kosmonauten“ machte Sasha Waltz auf einen Schlag berühmt und die Sophiensäle in Berlin Mitte zum bekanntesten freien Theaterort der Republik.

Das sind die Sophiensäle als Spielstätte für freies Schauspiel, Performance, Musik- und Tanztheater wohl auch heute noch – über zehn Jahre nach ihrer Gründung. Doch wie sehr sich der Geist und die Prioritäten verändert haben, merkt man, wenn man mit Amelie Deuflhard spricht, die seit sieben Jahren für das Programm verantwortlich ist und heute Abend mit einem großen Fest ihren Abschied feiert. Deuflhard streicht nicht über Flohmärkte, sondern sitzt im ICE von Kassel und spricht, von Funklochpausen unterbrochen, über „offene Systeme“, das Konzept des „Koproduzierens“ und „Regieplattformen“. Aus der Aufbruchsbegeisterung ist schon lange die Kunst des Networkens geworden, aus dem unbedingten Willen zur Kunst wurde der Wille, auch Anfängern einen Auftritt zu ermöglichen und einen passenden Raum zu finden – wie die Staatsbank, leere Supermärkte oder den leeren Palast der Republik. Dass die Sophiensäle in der Öffentlichkeit heute eine eher bescheidene Rolle spielen, liegt nicht nur an dem breiten, manchmal unübersichtlichen Programm – es liegt auch daran, dass Deuflhard mit den Sophiensälen gewissermaßen die Stadt unterwandert hat. Sie hat die Sophiensäle groß, aber immer unsichtbarer gemacht.

„Als ich das Haus übernahm, wusste ich, dass ich keine Ausnahmekünstlerin wie Sasha Waltz finden würde. Deshalb war die Idee, die Basis zu erweitern. Unser Konzept, mit Gruppen zusammenzuarbeiten und den Prozess von der Idee über die Beschaffung von Fördergeldern bis zur Aufführung zu betreuen.“ So arbeiteten etwa „Nico and the Navigators“ kontinuierlich am Haus, Christian von Borries etablierte seine Serie „Musikmissbrauch“. Regisseure wie Christiane Pohle inszenierten hier oder das Regiekollektiv Rimini Protokoll. Daneben wurde das Festival „Freischwimmer“ für junge Regisseure etabliert, regelmäßig werden Stückaufträge vergeben. Da die Sophiensäle in den Anfangsjahren nur jeweils für ein Jahr finanziert wurden, war das Team auf Koproduktion mit anderen Häusern wie dem FFT Düsseldorf, der Zürcher Gessnerallee oder Kampnagel in Hamburg angewiesen – Deuflhards Kontakte reichen aber auch ins Ausland. Seit 2003 verfügt die Spielstätte über eine Konzeptförderung durch den Senat in Höhe von 500 000 Euro jährlich, die in diesem Jahr bis 2010 verlängert wurde.

In den achtziger Jahren gab es noch eine strenge, ideologisch motivierte Grenze zwischen der Off-Szene und den Stadt- oder Staatstheatern. Davon kann seit den neunziger Jahren keine Rede mehr sein, schlicht und ergreifend auch deshalb nicht, „weil niemand mehr weiß, was politisches Theater ist“. Dass die auffälligen Regisseure früher oder später an renommierte Häuser abwandern, liegt in der Natur der Sache. Mit Stolz weist Amelie Deuflhard darauf hin, dass einige Theater auch Formate von den Sophiensälen kopiert haben, wie zum Beispiel die Themenwochenenden.

Die Gefahr, als Durchlauferhitzer (oder als Häschenschule für Anfänger) zu enden, bleibt. „Deshalb ging es mir auch darum, andere Räume in der Stadt zu entdecken.“ So haben Deuflhards Künstler und Gruppen in der „Villa Elisabeth“, Im „Haus des Lehrers“, in den Cargo-Hallen oder im Kaufhaus Jandorf inszeniert, in dem die Choreografin Constanza Macras mit „Back to the Present“ ihren Durchbruch feierte.

Höhepunkt der Stadtbespielung war die Veranstaltungsreise „Volkspalast“ im Palast der Republik, die Deuflhard zusammen mit Matthias Lilienthal und seinem Hebbel am Ufer organisierte. „Während dieser Phase dachte ich zum ersten Mal, jetzt könntest du Berlin eigentlich verlassen.“ Denn die Vernetzung hat ihr natürliches Ende. „Vor kurzem war ich auf einer Tagung zum Freien Theater in der Akademie der Künste. Ich kannte jeden, der zur Tür herauskam!“ Wenn jeder jeden kennt, fühlt sich zwar die ganze Stadt wie das eigene Wohnzimmer an, für die Kunst ist dieser Käseglockenzustand jedoch auf Dauer eher abträglich.

„In Berlin kann man keine Skandale produzieren“, sagt Amelie Deuflhard. Zur nächsten Spielzeit wird sie Chefin auf Kampnagel in Hamburg. „Da gibt es noch ein Bürgertum und vielleicht mehr Reibungsflächen.“ Was sie denn ihrer Nachfolgerin Heike Albrecht auf den Weg geben könne? „Der Berliner Kulturbetrieb ist eine große Familie. Besser man gehört dazu, als draußen zu stehen.“ Das kräftige Lachen, das folgt, hört sich an, als sei Amelie Deuflhard froh, in Zukunft etwas Abstand zu dieser Familie zu haben.

Liquid Ballroom, heute 19 Uhr, in den Sophiensälen. Amelie Deuflhards Buch „Spielräume produzieren“ ist im Theater der Zeit Verlag erschienen.

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