Kunstsammlerin und Mäzenin : Gabriele Henkel mit 85 Jahren gestorben

Sie galt als „Grand Dame“ der Düsseldorfer Kunstszene. Die Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Gabriele Henkel, aufgenommen am 14.10.2009 auf der 61. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Gabriele Henkel, aufgenommen am 14.10.2009 auf der 61. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Düsseldorfer Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel ist tot. Das teilte der Henkel-Konzern am Freitag im Namen der Familie mit. Die Witwe des 1999 gestorbenen Firmenpatriarchen Konrad Henkel wurde 85 Jahre alt. Sie hatte für den Henkel-Konzern über Jahrzehnte eine hochkarätige Kunstsammlung aufgebaut und galt als „Grand Dame“ der Düsseldorfer Kunstszene.

Mehr als 2000 Werke hat Henkel, Witwe des 1999 gestorbenen Firmenpatriarchen Konrad Henkel, für den Waschmittelkonzern zusammengetragen. Die Arbeiten von Künstlern wie Robert Delaunay, Willi Baumeister, Gerhard Richter, Frank Stella oder Ellsworth Kelly hängen heute in Büros, Vorstandsetagen, Fluren und Treppenhäusern.

Aus ihrem Alter hatte Gabriele Henkel immer ein Geheimnis gemacht. Nach einer entbehrungsvollen Kriegskindheit ohne Schulbildung schickte ihr Vater, ein angesehener Düsseldorfer Medizin-Professor, sie als 16-Jährige als Au-Pair-Mädchen nach London. Doch statt Haushaltshilfe wollte sie Journalistin werden und schaffte es zum Londoner „Observer“. In der Adenauerrepublik wurde sie als Frau und „Newsweek“-Korrespondentin das jüngste Mitglied der Bundespressekonferenz in Bonn.

Ihre Tischdekorationen waren berühmt

Nach ihrer Hochzeit 1955 wurde Henkel eine legendäre Gastgeberin, aber sie begnügte sich dabei nie mit der Rolle der Unternehmergattin. Gäste ihrer Abendgesellschaften waren Bankiers wie Jürgen Ponto und Alfred Herrhausen, aber auch Künstler wie Frank Stella oder Joseph Beuys oder Politiker wie Hans-Dietrich Genscher. Auch Hitlers ehemaliger Rüstungsminister Albert Speer durfte nach 20 Jahren Haft Platz an Henkels Tisch nehmen. Ihr Haus in Düsseldorf wurde, so schrieb Henkel in ihren Memoiren, „der Salon der Republik“. Berühmt waren Henkels kunstvolle Tischdekorationen - Beuys empfahl ihr, die Motto-Tische zu signieren.

Mit dem Aufbau der Henkel-Kunstsammlung tauchte Henkel in die amerikanische Kunstszene ein, während ihr Mann das Unternehmen zum Weltkonzern aufbaute. Sie wurde in den Internationalen Beirat des New Yorker Museums of Modern Art berufen .Nach dem Tod ihres Mannes Konrad Henkel 1999 wurde es ruhiger um Henkel. Sie war weiterhin als Mäzenatin tätig. (dpa)

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