Literatur : Gino Hahnemann tot

Der Schriftsteller Gino Hahnemann ist im Alter von 60 Jahren in Berlin gestorben. Er wurde vor allem durch Zeitschriften des literarischen Untergrunds zu Zeiten der DDR bekannt.

Berlin - Der Schriftsteller Gino Hahnemann ist am Ostermontag im Alter von 60 Jahren nach kurzer Krankheit in Berlin gestorben. Das teilte die Literaturwerkstatt Berlin am Donnerstag mit. Seine literarische Heimat hatte Hahnemann im Kreis der Dichter vom Prenzlauer Berg gefunden und veröffentlichte in den Zeitschriften des literarischen Untergrunds wie «Schaden» oder «Ariadnefabrik». Hahnemann gehörte zu den Filmemachern, die zwischen 1976 und 1989 im Untergrund mit ihren Arbeiten einen eigenen, unabhängigen Blick auf die DDR-Wirklichkeit entwarfen.

1946 in Jena geboren, studierte er in Weimar Architektur und arbeitete einige Jahre unter Hermann Henselmann als Architekt, danach als freier Bühnenbildner, Aktionskünstler, Filmemacher und Fotograf. Nach 1989 erhielt er eine Reihe von Stipendien des Senats von Berlin, der Akademie Schloss Solitude Stuttgart, Alfred Döblin in Wewelsfleth und der Villa Massimo in Rom. Im Druckhaus Galrev und bei Gerhard Wolfs Janus Press erschienen seine Lyrik und Prosaarbeiten wie «Exogene Zerrinnerung» (1994), «Sizilien schweigt» (1997) und «Allegorie gegen die vorschnelle Mehrheit» (2000). ()

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