Interview mit Sven Nordqvist : "Ich hätte mich gerne in Robinson Crusoe verwandelt"

Sven Nordqvist wollte Kunst studieren, bekam aber keinen Studienplatz und wurde Architekt. Als er einen Bilderbuch-Wettbewerb gewann, blieb er dabei, sich Bücher für Kinder auszudenken.

Susanna Nieder
Sven Nordqvist findet, er hatte eine gute Kindheit.
Sven Nordqvist findet, er hatte eine gute Kindheit.Foto: Leif R. Jansson

Was haben Sie als Kind gesehen, wenn Sie aus Ihrem Fenster schauten?
Das Nachbarhaus. Wir sind ein paar Mal umgezogen, aber wir wohnten immer in Neubausiedlungen mit dreistöckigen Häusern.

Wo war Ihr Lieblingsplatz?

Am Strand. Da habe ich im Sommer viel Zeit verbracht, erst mit meiner Mutter und meinem Bruder, später mit Freunden.
Welche Bücher haben Sie als Kind gelesen?
Ich habe viel gelesen, aber die Bücher kennt ihr in Deutschland bestimmt nicht. Es gab eine Detektivserie um Zwillingsbrüder, die mochte ich mit zehn, zwölf Jahren besonders gerne.
Was waren Ihre Lieblingsspiele?
Manchmal spielte ich mit den anderen Fußball, aber normalerweise habe ich mich allein hingesetzt und gezeichnet.
Was wollten Sie als Kind gerne werden?
Als ich klein war, Bauer. Mit zwölf habe ich dann Ehrgeiz im Zeichnen entwickelt.
Was hätten Sie als Kind gerne an sich geändert?
Ich wäre gerne stärker und selbstbewusster gewesen. Ich konnte nicht gut nein sagen und mich wehren, stattdessen habe ich mich verkrümelt.
Was hätten Sie gerne an Ihren Eltern geändert?

An meiner Mutter gar nichts. Meinen Vater hätte ich gerne öfter gesehen, sie waren getrennt. Meine Mutter hat mich sehr beim Zeichnen unterstützt, Malerei interessierte sie. Dass ich am Zeichnen drangeblieben bin, habe ich zu einem großen Teil ihr zu verdanken.
Was hätten Sie gerne an Ihren Lehrern geändert?

Nichts, die waren in Ordnung.
Ich wette, das würde in Deutschland niemand in Ihrem Alter sagen.

Dann müssen das andere Lehrer gewesen sein (lacht).

Was hätten Sie als Kind gerne im Handumdrehen gelernt?

Ich mochte Ritter. Ich wäre gerne wäre gerne ein Held gewesen, der auf einem Pferd herumreitet und Menschen rettet – also das ganze Gegenteil von mir (lacht).

Was mochten Sie gar nicht?

Ich habe es gehasst, wenn mein großer Bruder von den Älteren verprügelt wurde. Bei jeder Schulhofschlägerei war er der Unterlegene.
In wen hätten Sie sich gerne für einen Tag verwandelt?

In Robinson Crusoe. Ich habe das Buch recht früh gelesen, das war ein großes Abenteuer. Ich hätte gerne herausgefunden, ob ich es geschafft hätte, auf einer einsamen Insel zu überleben. Ich hätte auch gerne das Schiffswrack entdeckt, in dem er die ganzen Sachen findet, mit denen er sich dann einrichtet.
Wen hätten Sie gerne kennengelernt?

Ich mochte die Superhelden-Comics, Superman und Batman. Einen von denen hätte ich gerne mal getroffen.
Was war Ihr Lieblingsessen?

Brot mit der selbst gemachten Erdbeermarmelade von meiner Oma.
Was mochten Sie nicht an Halmstad, wo Sie als Kind lebten?

Ich hatte eine gute Kindheit, eigentlich mochte ich alles. Aber noch lieber als in den Neubauten in der Stadt war ich bei meinen Großeltern. Sie lebten in einem großen, alten Haus mit einem Garten und Bäumen. Jeden Sommer verbrachten wir da ein paar Wochen mit unseren ganzen Cousins und Kusinen. Das habe ich sehr geliebt.

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