Manfred Kittel : Direktor der Stiftung Vertreibung geht

Manfred Kittel war wegen einer Ausstellung zuletzt mit dem „Wissenschaftlichen Beraterkreis“ heftig aneinander geraten. Nun wird ein neuer Direktor für die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gesucht.

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Kittel war seit Errichtung der Stiftung im Jahr 2009 amtierender Präsident.
Kittel war seit Errichtung der Stiftung im Jahr 2009 amtierender Präsident.Foto: picture alliance / dpa

Der Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Manfred Kittel, ist mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Das gab der Stiftungsrat der in Berlin ansässigen und organisatorisch dem Deutschen Historischen Museum zugeordneten Stiftung am Abend seiner turnusmäßigen Sitzung bekannt. Kittel (52) hatte seit Errichtung der Stiftung im Jahr 2009 amtiert, war aber zuletzt mit dem „Wissenschaftlichen Beraterkreis“ heftig aneinander geraten. In diesem Beirat sind Wissenschaftler verschiedener Länder, darunter insbesondere auch aus Polen, vertreten. Sie sahen die Übernahme einer in Griechenland erarbeiteten und hauptsächlich mit der  wechselseitigen Vertreibung von Griechen und Türken 1923 Ausstellung durch den Direktor als Brüskierung, hatte Kittel es doch unterlassen, den Beraterkreis in seine Entscheidung einzubinden. Dieser Vorfall war gewiss nicht der Anlass des Zerwürfnisses, wohl aber führte er zum endgültigen Bruch.

Nun soll – so hat es der Stiftungsrat beschlossen – das Verfahren „zur Gewinnung einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers“ eingeleitet werden. Einen Zeitplan hat der Stiftungsrat dabei nicht festgelegt. Der Stiftungsrat unterstrich allerdings, dass die bisherige Konzeption „auch weiterhin die verbindliche Grundlage der Stiftungsarbeit“ bilde. Bezeichnend ist der Satz: „Dafür bleibt das vertrauensvolle Zusammenwirken beider Gremien, des Stiftungsrates und des Wissenschaftlichen Beraterkreises, unerlässlich.“ Mit anderen Worten: Genau an dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit hat es zuletzt gehapert. Deutlicher kann die Kritik am nun scheidenden Direktor in einer offiziellen Verlautbarung nicht ausfallen.

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