Kultur : Mein Name ist Bean

Platte Parodie: „Johnny English – Jetzt erst recht“

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Foto: Universal
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Der neue James Bond lässt nach der MGM-Pleite auf sich warten, da springt die Genreparodie „Johnny English“ gern ein. Nach acht Jahren begibt sich Rowan „Mr. Bean“ Atkinson erneut als ChaosAgent in die Dienste Ihrer Majestät. Nach einem gründlich verpatzten Einsatz in Mosambik hat sich Johnny English, aus dem MI7 entlassen, in ein buddhistisches Kloster in Tibet zurückgezogen, wo er Körper und Geist via Kampfsport und Meditation zu vereinigen sucht.

Derweil braut sich in der Londoner Zentrale, die von der politisch korrekten Pamela Thornton (Gillian Anderson) geleitet wird, eine Krise im System zusammen. Der chinesische Premier hat seinen Besuch beim britischen Amtskollegen angekündigt, und eine Gruppe unter dem Decknamen „Vortex“, die sich aus abtrünnigen CIA-, KGB- und MI7-Agenten zusammensetzt, will den Gast aus Asien ermorden. Nur über Englishs frühere Kontakte kann der britische Geheimdienst an die Hintermänner herankommen, und so wird der schusselige Topspion reaktiviert.

Nichts Neues in Atkinsons Spionagefilmparodie: In bekannter Slapstickmanier nimmt der schlaksige Komiker ein Genre auf die Schippe, das seine Selbstironiefähigkeit oft genug bewiesen hat. Die Nummernrevue-Dramaturgie, die sich in Atkinsons TVAuftritten bestens zwischen den Werbeblöcken einfügt, setzt im Kino deutliche Ermüdungserscheinungen frei. Nur in wenigen Details entwickelt die Parodie, bei der immerhin Oliver Parker Regie geführt hat, eine gewisse Originalität. Hübsch etwa der Einfall, der britische Geheimdienst werde von einem japanischen HightechUnternehmen gesponsert – mit dem Slogan „We spy for you!“ Doch ein paar Mal schmunzeln reicht nicht. Die Comedy-Marke Atkinson hat sich leider langsam überlebt. Martin Schwickert

In 20 Berliner Kinos; Originalversion

im Cinestar SonyCenter

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