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Nach den Filmfestspielen von Venedig : Regisseur Ziad Doueiri vor libanesischem Militärgericht

Ziad Doueiris Drama „The Insult“ wurde bei den Filmfestspielen von Venedig preisgekrönt. Nach der Rückkehr wurde der Regisseur in Beirut vors Militärgericht geladen - inzwischen jedoch von den Vorwürfen freigesprochen .

Ziad Doueiri bei der Premiere seines Films "The Insult" in Venedig. Foto: AFP PHOTO / Tiziana FABI
Ziad Doueiri bei der Premiere seines Films "The Insult" in Venedig.Foto: AFP PHOTO / Tiziana FABI

Der libanesisch-französische Regisseur Ziad Doueiri, dessen aktueller Film „The Insult“ am Samstag in Venedig mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurde, ist nach seiner Rückkehr in den Libanon am Flughafen festgehalten worden, seine beiden Pässe wurde konfisziert. Am Montag musste der 54-Jährige vor einem Militärgericht erscheinen, er wurde dort drei Stunden verhört. Wie sein Anwalt berichtet, wurden die Vorwürfe gegen ihn jedoch fallengelassen, auch seine Pässe erzielt Doueiri zurück.
In „The Insult“ eskaliert ein harmloser Streit zwischen dem christlichen Automechaniker Toni und dem palästinensischen Handwerker Yasser zur juristischen Fehde. Beide beleidigen einander, unter anderem sagt Toni, es sei besser gewesen, Sharon hätte alle Palästinenser ausgelöscht. Im Film kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Straßenunruhen, während sich Toni und Yasser zuletzt wieder etwas annähern. Der Palästinenser Kamel El Basha gewann die Coppa Volpi als bester Schauspieler. „The Insult“ kommt diese Woche im Libanon ins Kino, das Land schickt den Film auch ins Rennen um die Auslands-Oscars.

Doueiris Film "The Attack" ist im Libanon verboten

Die Ladung vors Militärgericht hatte offenbar vor allem mit einem früheren Film Doueiris zu tun, „The Attack“ von 2012, der teilweise in Israel gedreht wurde, auch mit israelischen Schauspielerin. Doueiri soll damals um eine offizielle Genehmigung für den Dreh gebeten haben, die libanesischen Behörden reagierten aber nie auf seine Anfrage. In der Bestseller-Verfilmung findet ein arabischer Israeli in Tel Aviv heraus, dass ein Selbstmordattentat mit 17 Toten von seiner Frau begangen wurde.

„The Attack“ ist im Libanon und anderen arabischen Ländern verboten. Israel und Libanon befinden sich im Kriegszustand, Libanesen dürfen nicht nach Israel reisen. Doueiri, der sein Handwerk unter anderem als Kameraassistent von Quentin Tarantino gelernt hat, gehört zu den Gegnern des Israel-Boykotts, seit er 2011 aus Amerika in den Libanon zurückgekehrt ist. Der Fall sei mit der Anhörung endgültig erledigt, sagte sein Anwalt. Andere Rechtsexperten sind weniger zuversichtlich, dass es nicht doch noch einmal zu Ermittlungen seitens des Militärgerichts kommt. Tsp (mit dpa)



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