Neues Pamphlet "Umvolkung" : Akif Pirinçci findet neuen Verlag

Nach der KZ-Formulierung in seiner Dresdner Pegida-Rede verlor der rechtspopulistische Publizist Akif Pirinçci seine Buchverträge. Seine neue Tirade erscheint jetzt im neorechten Antaios-Verlag.

Christian Schröder
Akif Pirinçci
Akif PirinçciFoto: Ulf Andersen

Der umstrittene Schriftsteller Akif Pirinçci hat einen neuen Verlag gefunden: Sein neues Buch „Umvolkung: Wie die Deutschen still und leise ausgetauscht werden“ erscheint am 21. April im Verlag Antaios. Nachdem der türkisch-deutsche Autor im Oktober als Pegida-Redner in Dresden den Satz gesagt hatte: „Die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“ war er wegen Volksverhetzung angezeigt worden. Daraufhin kündigte die Buchverlagstochter von Bertelsmann, bei dem seine Felidae-Bestseller um einen Detektiv-Kater herausgekommen waren, die Verträge mit ihm. Der Manuscriptum-Verlag, der seine Pamphlete „Deutschland von Sinnen“ und „Die große Verschwulung“ publizierte, hatte sich schon vorher von Pirinçci getrennt.

Das Opfer als Held

Der Antaios-Verlag, beheimatet auf dem Rittergut Schnellroda in Sachsen-Anhalt, wird von Götz Kubitschek geleitet, einer Zentralfigur der Neuen Rechten. Kubitschek trat mehrmals als Hauptredner bei Pegida-Demonstrationen auf und gilt als Freund des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke. Der Verlag sieht sein neues Zugpferd gleichzeitig als Opfer und Helden: „Pirinçci ist der bisher letzte Autor, dessen Werk in Deutschland vollständig vernichtet werden sollte“, heißt es in einer Mitteilung. Pirinçci wettert in „Umvolkung“ gegen Politiker, Journalisten und „Flüchtilanten“ und fordert: „Ein Staat, der noch diesen Namen verdient, darf sich nicht durch Erpressung von Medienhippies zum Vollstrecker eines realitätsfernen Humanismus aufschwingen.“

"Umvolkung" ist ein NS-Begriff

Auf seiner Facebook-Seite hatte der in Bonn lebende Schriftsteller bereits Ausschnitte aus seiner schäumenden Tirade gepostet: "Der Humanismus à la weltfremder Willkommenskultur ist die erste Lügenfassade, die eingerissen werden muss, wenn wir uns als Deutsche behaupten und nicht in Kauf nehmen wollen, dass wir in einem orientalischen Basar aufgehen und schließlich als Land und Volk von der Erdoberfläche verschwinden." Pirinçci blase "frische Luft in die stickige Debatte", freut sich sein Verlag. Der Titel "Umvolkung" sei eine Anspielung auf "die verrückte Idee der Nationalsozialisten, ganze Volksgruppen wie Schachfiguren zu verschieben". Pegida-Aktivisten und rechte Agitatoren setzen ihren Widerstand gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gerne mit dem Widerstand gegen Hitler gleich. So präsentieren rechtsradikale Demonstranten immer wieder die schwarzrotgelbe Wirmer-Flagge, die von einem Mitverschwörer des Hitler-Attentäters Stauffenberg entworfen wurde, und skandieren die Parole: "Widerstand, Widerstand".

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