Kultur : Neustart im Haus der Kulturen

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Eine gute Stunde Pressekonferenz, dann wieder die Bauarbeiter. Am 23. August wird die Berliner Kongresshalle nach einjähriger Schließung wiedereröffnet – und das Haus der Kulturen der Welt, das seit 1989 dort residiert, stellt sich mit neuer Leitung und rundum erneuertem Programm vor. Intendant Bernd Scherer umriss gestern die Leitlinien. Vor fünfzig Jahren war die Kongresshalle ein Geschenk der USA an die Frontstadt. Nun will man zum Jubiläum die veränderten transatlantischen Beziehungen untersuchen.

„New York States of Mind“ nennt sich die von Shaheen Merali kuratierte Schau, die ein Bild des Big Apple als politisch-transnationales Zentrum vermitteln soll. Mit der traditionellen deutsch-amerikanischen Freundschaft hat das nicht mehr viel zu tun. Amerika als Land der Globalisierung ist auch Thema einer Musik- und Literaturreihe im HKW. Am 19. September eröffnet Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die Konferenz „New York - Berlin: Vielfalt, Kulturen, urbane Räume“. Darauf folgt die Asien-Pazifik-Woche. Catherine David kuratiert eine Reihe von Veranstaltungen, die sich Ende des Jahres mit den Folgen der Anschläge vom 11. September beschäftigt.

Für 8,8 Millionen Euro bekommt das HKW ein frisches technisches Innenleben. Die Ausstellungshalle wird auf internationalen Standard gebracht. Detlef Diederichsen, für Musik und Performing Arts zuständig, legt zwei Reihen auf: „Worldtronics“ für elektronische Klänge aus „nichtwestlichem Kontext“ und „Wassermusiken“; das HKW will seine formidable Lage an der Spree betonen. Nebenan das Kanzleramt, und nur ein paar Schritte zum Hauptbahnhof. Kooperationen mit dem gleichfalls am Wasser gelegenen Radialsystem sind geplant. Die „Transmediale“ kehrt in die Kongresshalle zurück. Und auch „In Transit“, das Tanz- und Performance-Programm, soll es 2008 wieder geben. Hinter all dem steht, so Scherer, der „Mensch in der Globalisierung“. Tsp

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